Stadtkirche Sonneberg Barocke Kantaten und eine Erstaufführung

Am vierten Advent erklingt in der Sonneberger Stadtkirche festliche Adventsmusik. Kantorei, Kammerchor und Kammerorchester stimmen auf das Weihnachtsfest ein.

Festliche Chormusik erklingt am vierten Advent in der Stadtkirche Sonneberg. Foto: privat

Kantorei, Kammerchor und Kammerorchester mit Monica Ripamonti an der Continuoorgel wollen am 21. Dezember – das ist der vierte Advent – in einem festlichen Konzert mit barocken Kantaten und einer Sonneberger Erstaufführung auf das Weihnachtsfest einstimmen. Dazu sind Musikfreunde und alle, die in Stimmung gebracht werden wollen, ab 16 Uhr in der Stadtkirche willkommen.

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Der Kammerchor eröffnet die Musik mit A-capella-Motetten von Josef Gabriel Rheinberger, Carl-Theodor Hütterott (Adventsmotette „Lieber Herre Gott“) und Johannes Brahms (Choralmotette „O Heiland, reiß die Himmel auf“), woran sich die Adventskantate zum Lied „Nun komm, der Heiden Heiland“, BWV 61 aus Johann Sebastian Bachs Weimarer Schaffensperiode anschließt.

Uraufführung in Weimar

Nach seiner Ernennung zum Konzertmeister am Hofe des Herzogs Johann Ernst von Sachsen-Weimar führte Bach die Kantate BWV 61 am 2. Dezember 1714 in der Weimarer Schlosskirche erstmalig auf. Eine Wiederaufführung erfolgte dann in Leipzig am 28. November 1723. Die erste Strophe des Adventsliedes „Nun komm, der Heiden Heiland“ von Martin Luther, 1524, (einer Nachdichtung des lateinischen „veni redemptor gentium“ des Ambrosius von Mailand aus dem Jahre 386 n.Chr.) liegt dem Eingangschor zugrunde. Der Schlusschor schlägt die Brücke zur Epiphaniaszeit mit Verwendung der siebten Strophe des Epiphaniasliedes „Wie schön leucht uns der Morgenstern“ von Philipp Nikolai 1599. Juliane Ross, Matthias Erler und Oliver Koch wirken als Vokalsolisten mit neben Max Fahnler am Solo-Cello mit.

Bachs Favorit: Antonio Vivaldi

Die Musik Bachs ist maßgeblich geprägt durch Einflüsse berühmter zeitgenössischer Komponisten des mitteleuropäischen Raumes. So bearbeitete er Zeit seines Lebens Werke anderer (meist italienischer) Komponisten, aber auch der französische Stil fand oft Eingang in seine Werke, wie in den Eingangssatz der Kantate 61. Antonio Vivaldi aber hat es ihm besonders angetan, und wie Bach als Thomaskantor mit Knabenstimmen und jungen Männerstimmen zu tun hatte, betreute Antonio Vivaldi als Violinlehrer und Musikdirektor das Orchester der Waisenmädchen des Ospedale della Pietà in Venedig, erlangte durch seine Arbeit einen legendären Ruf und lockte zahlreiche Italienreisende an.

Zum ersten Mal: Magnifikat Caldaras

Antonio Caldara (tätig als Vizekapellmeister 1716 – 1736 in Wien) war ebenso einer der Komponisten, dessen Werke Bachs Interesse weckten. Das Magnificat Caldaras ist einzig im Autograph Bachs überliefert und findet im Konzert in der Stadtkirche seine Sonneberger Erstaufführung. Caldara wurde in Venedig geboren, wirkte als Kapellmeister in Mantua, Rom und Wien und hatte vor allem in Wien mit seinen Kompositionen großen Erfolg. Einige Aufführungen seiner Opern wurden sogar von Kaiser Karl VI. dirigiert.

Eine Besonderheit dieses Werkes ist der festliche Bläsersatz mit vier Bläsern, dazu eine virtuose Alt-Arie mit Begleitung der Solo-Altposaune.

Und noch eine Bachkantate

Joachim Stegmann, Countertenor aus Berlin, ist der Alt-Solist in diesem Werk nebst Juliane Ross, Matthias Erler und Oliver Koch und Moritz Löffler an der Altposaune.

Eine Brücke zum Weihnachtsfest darf auch in diesem Jahr musikalisch nicht fehlen: Der Eingangssatz der Bachkantate BWV 121 „Christum wir sollen loben schon“. Diesem motettischen Satz zu vier Stimmen mit Begleitung der Posaunen liegt der Weihnachtshymnus „A solis ortu cardine“ von Caelus Sedulius mit einer Melodie aus dem fünften Jahrhundert zugrunde, welches Martin Luther 1524 in eine deutsche Textform übertrug.

Die Gesamtleitung liegt in den Händen von Martin Hütterott.

Eintrittskarten im Vorverkauf sind an der Touristinfo, der Adlerapotheke und im Pfarramt Kirchstraße 20 erhältlich.