Stadtfest Arnstadt Thüringer Klöße und Salsa-Tanz

Berit Richter

Nach zwei Jahren Zwangspause kann in Arnstadt endlich wieder Stadtfest gefeiert werden. Es ist die 30. Auflage, die für drei tolle Tage sorgt.

Was kann es Schöneres geben, als in dieser Stadt zu leben“, singen die „Quersänger“ des Karnevalvereins Narrhalla zur Eröffnung. Auch der Arnstädter Karneval Club (AKC) hat seiner Heimatstadt ein Lied gewindet. „Wir sind froh, dass wir ein Stück von Arnstadt sind“, heißt es da. So musikalisch beginnt am Freitagabend das 30. Stadtfest.

„Es tut sehr sehr gut, Sie hier zu sehen, auf diesem wohlgefüllten Marktplatz. Zwei Jahre mussten wir verzichten. Es hat uns sehr Leid getan, zweimal absagen zu müssen“, sagt Bürgermeister Frank Spilling (pl.). „Wir schieben unsere Sorgen und Ängste mal ganz weit weg, wir schieben sie weiter Richtung Berlin und machen einfach mal drei Tage eine Sause in Arnstadt, lassen es uns gut gehen, freuen uns einfach wieder mal, dass die Stadt voll ist.“

Gesagt getan. Viele Tausend Arnstädter und ihre Gäste stürzen sich ins Festgetümmel, bummeln an den zahlreichen Ständen entlang, lassen sich Essen und Getränke schmecken, chillen auf der Weinterrasse an der Bachkirche oder feiern vor einer der sieben Bühnen. Besonderes temperamentvoll wird es am Prinzenhof beim Kuba-Fanfest. Wer stilecht mittanzen möchte, lernt noch schnell bei Tanzlehrer Johannes Duparré ein paar Salsa-Schritte.

Besonderen Grund zum Feiern hat die Narrhalla. Auch der Karnevalsverein wird in diesem Jahr 30 Jahre alt und hat rund um den Bustreff seine Zelte aufgeschlagen. Die leckeren, selbst gemachten Suppen aus der Gulaschkanone wissen Stadtfestkenner schon lange zu schätzen und so ist es kein Wunder, dass der Verein am Samstagnachmittag vermelden muss: „Unsere Erbsensuppe ist alle.“ Ebenso Tradition haben die Klöße und Rouladen am Sonntag und der selbst gebackene Kuchen. Und wo sonst kredenzt schon ein Prinzenpaar höchstpersönlich die Bowle? Fürs Bühnenprogramm hat der Verein nicht nur die Partyband „Meilenstein“ eingeladen sondern auch andere Karnevalsvereine. Alle eint die Hoffnung, „dass wir ab dem 11.11. endlich wieder richtig Karneval feiern können“, wie AKC-Präsident Jens Schweinsberger sagt.

Dank an zahlreiche Mitstreiter

Das Stadtfest, diesmal in nur rund fünf Monaten statt dem üblichen Jahr vorbereitet, zumindest bringt für drei Tage die Normalität zurück – auch wenn ein paar altbekannte Händler und Gastronomen fehlen. Mancher musste sich während der Lockdowns beruflich umorientieren, anderen fehlt das Personal für ein mehrtägiges Fest oder bei den hohen Spritpreisen lohnt sich die Anreise nicht. Alles in allem aber dürften die Festbesucher kaum etwas vermisst haben.

Mitgefeiert haben auch Vertreter der Partnerstädte. Die Freundschaft zum französischen Le Bouscat sei nur zwei Jahre jünger als das Stadtfest, erinnert Bürgermeister Patrick Bobet. Gemeinsam mit Freunden zu feiern, sei „ein Symbol der europäischen Einheit und Solidarität“.

„Im Namen aller kann man nur dreimal Danke sage. Ohne die vielen Ehrenamtler wäre so ein Stadtfest unmöglich zu organisieren“, dankt Frank Spilling. Genauso gebühre den Bühnenpartnern, den städtischen Mitarbeitern, dem Baubetriebshof, der Security, den geduldigen Anwohnern und nicht zuletzt den Sponsoren Dank, die alle großen Anteil am Gelingen haben.

 

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