Bunte Blumen, Pflanzen, frisches Obst und Gemüse, Wahlkampfstände – und mittendrin, an diesem sonnigen Markttag in Schmalkalden – Siegfried Stubenrauch. Siggi, wie ihn seine Freunde nennen. Auf seinem Arm sitzt seelenruhig ein mittelgroßer Greifvogel. „Das ist Lissy, ein drei Jahre alter Wüstenbussard“, sagt der Mann, der sich als Falkner vorstellt. Es hatte freilich einen Grund, dass der leidenschaftliche Tierfreund aus Rosa mit seinen gefiederten Freunden – aus dem Körbchen lugte noch eine, aus dem Nest gefallene Baby-Schleiereule – in die Fachwerkstadt gekommen war. Stubenrauch soll als Stadtfalkner helfen, die Tauben aus der Innenstadt umzusiedeln. In das Taubenhaus, das vor einem Jahr auf einer Freifläche an der Näherstiller Straße aufgestellt worden ist. Ein Bauwagen in einem stressfreien Umfeld. Das ist nötig, damit die „Ratten der Lüfte“, wie Stadttauben umgangssprachlich abwertend genannt werden, hier sesshaft werden können.