Stadt Hildburghausen Postbank will Filiale 2022 schließen

Die Postbank will ihre Filiale in der Oberen Marktstraße in Hildburghausen im kommenden Jahr schließen. Foto: dpa/dpa-Zentralbild/Monika Skolimowska

Die Postbank plant, den Standort Hildburghausen im kommenden Jahr aufzugeben. Die Leistungen des Kooperationspartners Deutsche Post soll es in der Kreisstadt aber weiterhin geben. Dafür sucht die Post gegenwärtig einen Partner vor Ort.

Hildburghausen - Auch in Zeiten der der Digitalisierung gehen viele Menschen nach wie vor zur Post, um etwa Pakete oder Briefe zu versenden beziehungsweise zu empfangen. Deshalb ist es für sie enorm wichtig, eine solche Filiale vor Ort zu haben. In der Kreisstadt Hildburghausen hatte die Postbank im Jahr 2006 die Filiale von der Deutschen Post übernommen. In der Oberen Markstraße 44 bietet das Kreditinstitut, das inzwischen zur Deutschen Bank gehört, auch Postdienstleistungen über seinen Kooperationspartner Deutsche Post an. Die Postbank plant jedoch diese Filiale „voraussichtlich im ersten Halbjahr 2022 zu schließen“, teilt Hartmut Schlegel, ein Sprecher der Postbank, am Donnerstag auf Anfrage unserer Redaktion mit.

Hartmut Schlegel relativiert aber: Es gebe zwar die Finanzdienstleistungen der Postbank dann nicht mehr in der Kreisstadt, das Angebot an Post- und Paketdienstleistungen bleibe in Hildburghausen jedoch auch in Zukunft bestehen und werde nach wie vor von der Deutschen Post sichergestellt sein. „Dafür sucht die Deutsche Post derzeit einen Partner, der in der näheren Umgebung eine entsprechende Partnerfiliale betreiben wird“, so Schlegel. Um einen reibungslosen Übergang sicherzustellen, werde die Postbank ihre Filiale erst schließen, wenn dieser Partner gefunden ist. Die Kunden würden rechtzeitig informiert, wenn ein Schließungstermin feststeht. Das Personal soll nicht entlassen werden. „Die mit der Schließung der Filiale entfallenden Stellen werden sozialverträglich im Rahmen bestehender betrieblicher Vereinbarungen abgebaut“, so Schlegel.

„Wir schließen eine Filiale nur dann, wenn sie sich nicht mehr wirtschaftlich betreiben lässt“, teilt Hartmut Schlegel mit. Entscheidend sei vor allem die Art der nachgefragten Leistungen, nicht die Kundenfrequenz. Um den Kunden ein großes Filialnetz mit einem umfassenden Service bieten zu können, müsse das Verhältnis von reinen Serviceleistungen wie Postdienstleistungen und Bargeldauszahlung sowie wertschaffendem Neugeschäft (mit Abschlüsse und Nutzung von Bankprodukten stimmen. Wegen der fortschreitenden Veränderung des Kundenverhaltens etwa wegen der Digitalisierung benötigen Filialen von Kreditunternehmen eben ausreichend Kundenpotenzial, um dieses Verhältnis dauerhaft ausgewogen und damit wirtschaftlich zu gestalten. „Filialen, die dieses Potenzial nicht haben, schließen wir deshalb“, so Schlegel. Schließlich müsse das Unternehmen rentabel arbeiten.

In der Prüfung ihres Vertriebs hat die Postbank nach Hartmut Schlegels Angaben in den vergangenen Jahren ihr Netz auf gegenwärtig rund 800 Filialen reduziert.

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