Staatstheater Meiningen Er leuchtete den ganzen Ring

Nach fünfzig Jahren am Staatstheater Meiningen geht er in Rente: Rolf Schreiber, langjähriger Leiter der Beleuchtung. Als Aushilfe will er dem Haus aber erhalten bleiben.

Intendant Jens Neundorff von Enzberg verabschiedet Rolf Schreiber (links) auf der Bühne des Großen Hauses. Foto: Christina Iberl

Wenn am Staatstheater Meiningen von großen Theatermomenten die Rede ist, fällt fast zwangsläufig der legendäre „Ring des Nibelungen“ unter Intendantin Christine Mielitz. Vier Tage Richard Wagner am Stück – so, wie es sich der Komponist einst gewünscht hatte. Hinter diesem internationalen Erfolg stand auch einer, den das Publikum kaum wahrnahm: Rolf Schreiber.

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Der langjährige Leiter der Beleuchtung geht nach 50 Jahren am Meininger Theater in den Ruhestand. Intendant Jens Neundorff von Enzberg erinnert daran bei der Verabschiedung ausdrücklich: „Du hast den ganzen Ring geleuchtet.“ Für Schreiber gehört diese Produktion bis heute zu den Höhepunkten seines Berufslebens.

Mit Regisseurin Christine Mielitz sei er, trotz ihres fordernden Rufes, bestens ausgekommen. „Man musste wissen, wie man Frau Mielitz zu nehmen hat“, sagt er schmunzelnd. Als ihr während einer Probe ein Beleuchter ausfiel, habe sie kurzerhand selbst weitergeleuchtet – von da an habe die Zusammenarbeit bestens funktioniert.

Neundorff von Enzberg kennt Schreiber seit den frühen 1990er Jahren. „Da geht für mich schon ein Stück Zeit zu Ende“, sagt der Intendant. Besonders dankbar sei er, dass Schreiber trotz seines angekündigten Ruhestands noch länger geblieben sei. Ganz loslassen wird dieser das Theater ohnehin nicht. Als Aushilfe möchte er dem Haus verbunden bleiben – denn nach einem halben Jahrhundert hinter den Scheinwerfern fällt der Abschied vom Theaterlicht nicht von heute auf morgen.