Springreiten Mit dem Titel geliebäugelt

Lob für Valerina: Die neue Thüringer Meisterin im Springreiten ist nach dem Springen in Sorga sichtlich zufrieden und lobt ihr Pferd Valerina für seine konzentrierte Vorstellung. Foto: Liane Reißmüller

Erster Meistertitel

Bad Liebenstein-Sorga -

Kurz nachdem Angela Sieber und „Valerina“ die Lichtschranke im Ziel des Parcours durchritten hatten, hebt auch die Reiterin die Faust und stößt einen kleinen Schrei der Freude und Erleichterung aus. Bei den Landesmeisterschaften der Thüringer Reiterinnen und Reiter auf der schmucken Anlage auf der Sorga holt sie sich ihren ersten Meistertitel bei den Damen.

Ihr Freundeskreis aus Bad Salzungen und Bad Liebenstein begleitete die Amazone an den drei Landesmeisterschaftstagen und freute sich mit ihr über ihren überraschenden Erfolg. „Es ist mein erstes Jahr in dieser Leistungsklasse. Da kann man nicht unbedingt damit rechnen, dass ich die Meisterschaft gewinnen werde. Allerdings absolvierten Valerina und ich in diesem Jahr alle Springen fehlerfrei, sodass ich schon mit dem Sieg geliebäugelt habe“, erklärt die gebürtige Schwarzbacherin, die für den Reit- und Fahrverein Bad Liebenstein startet.

Mit ihrer neunjährigen Oldenburger Stute trainiert sie seit drei Jahren intensiv zusammen. „Ich habe sie zufällig auf einer Koppel gesehen und ihr Besitzer hatte nicht vor, ein Springpferd aus ihr zu machen. Für mich war es vom ersten Augenblick an ein ganz außergewöhnliches Pferd und ich wusste, wir passen zusammen“, schwärmt die Lehrerin für Sport und Englisch, die ihren Lebensmittelpunkt in Linda bei Weimar gefunden hat, dem Reit- und Fahrverein Bad Liebenstein aber treu geblieben ist.

Ihre Liebe zu den Pferden entwickelte sie bereits im Kindesalter. Zum Reiten selbst kam sie aber erst vor zehn Jahren. Unter Andreas Misch entwickelten sich Reiterin und Pferd von E-Klasse-Turnier-Teilnehmern zur M-Klasse. Das Meiste jedoch erlernte sie autodidaktisch mittels zahlreicher Videos. „Ich schaute aber auch oft bei den Profis auf dem Abreitplatz zu. Da kann man vieles für sich mitnehmen“, weiß die Pädagogin, dass im Sport Abschauen nicht nur erlabt, sondern Pflicht ist, wenn man etwas erreichen möchte. Natürlich absolvierte die Thüringerin auch einige Lehrgänge, unter anderem bei Tanja Schramm. Den viel zitierten letzten Schliff holten sich Angela Sieber und Valerina bei Benjamin Wulschner, einem deutschen Spitzen-Springreiter mit einem Gestüt für Sportpferde in Mecklenburg-Vorpommern. „Er brachte mich auf den Weg zum S-Springen“, verrät die sympathische Reiterin, die den Organisatoren der Landesmeisterschaft, dem Reitverein Bad Liebenstein-Sorga, ein dickes Lob entgegenbrachte.

Ihrem Hobby könnte die 30-Jährige nicht frönen, wenn sie nicht zu einhundert Prozent von ihrem Mann Andreas und ihrem Vater Rudi Temmler unterstützt werden würde. Deswegen richtet sie nur wenige Momente nach ihrem Erfolg ihr Dankeschön an diese beiden Männer.

Danach freute sie sich einfach nur gemeinsam mit ihren Freundinnen und Freunden und genoss den Moment beim Siegerehrungs- Zeremoniell, das auch für die Zuschauer immer ein kleines Erlebnis ist. Und natürlich würde Angela Sieber bei den Landesmeisterschaften 2022 wieder bei den Reiterinnen und Reitern dabei sein, die die Meister-Ehrenrunde bestreiten.

 

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