Spielplätze Neue Spielparadiese in Reurieth und Siegritz

Kurt Lautensack
Nicht nur das neue, vielseitige Fitness- und Klettergerüst probieren die Jugendlichen in Reurieth ausgiebig aus. Foto: Kurt Lautensack

Die öffentlichen Spielplätze in Reurieth und Siegritz sind offiziell übergeben und werden inzwischen von den Kindern der Ortschaften gern genutzt.

Reurieth/Siegritz - Öffentliche Spielplätze bleiben oftmals der einzige Treffpunkt für Kinder aller Altersklassen in den Dörfern, wenn andere Einrichtungen (Schulen, Kindergärten, Kinder- und Jugendeinrichtungen) wegbrechen. Aber auch für Eltern oder Großeltern bildet der Spielplatz oftmals die einzige Kommunikationsmöglichkeit zwischen den Generationen, weil andere Möglichkeiten aus dem Gesichtsfeld der Einwohner verschwinden. Ganz so krass ist es in der Gemeinde Reurieth noch nicht, weil es hier neben dem Gemeindekindergarten zum Glück noch einen aktiven Sportverein gibt, der sich in Zusammenarbeit mit den Gemeinderäten und Bürgermeisterin Annette Häfner den Problemen stellt. Ebenso in Siegritz, wo Eltern und Gemeinderäte die Initiative ergreifen und anpacken.

Doch Spielplätze müssen natürlich auch den Sicherheitsbestimmungen (Tüv) entsprechen, kosten Geld und verlangen persönlichen Einsatz. Deshalb ist es allen Genannten und der Regionalen Aktionsgruppe (RAG) der Leader-Region Hildburghausen/Sonneberg zu verdanken, dass es nun in beiden Ortsteilen vielseitige und anspruchsvolle Spielmöglichkeiten gibt. Während in Siegritz vor wenigen Wochen bei einem kleinen Fest der Spielplatz übergeben wurde, nahmen die jungen Reuriether am vergangenen Samstag – am Kirmeswochenende – ihren neuen Spielplatz in Beschlag.

Bereits im Haushaltsplan 2020 war von der Gemeinde Reurieth für Siegritz ein Neubau eines Spielplatzes oberhalb eines in die Jahre gekommenen Volleyballplatzes und die Erweiterung des Reuriether Spielplatzes am Sportplatz vorgesehen. Über den Sportverein waren bereits Spielgeräte wie eine Reifenschaukel installiert worden. Doch um die Spielplatzpläne zu realisieren, brauchte es natürlich eine Förderung. Die Idee, über das EU-Förderprogramm Leader Fördermittel zu beantragen, sei „von jungen Frauen der Elterninitiative Siegritz“ ausgegangen, sagte Philipp Rothe von der RAG Hildburghausen/Sonneberg. Er betreut die Projekte, die über das Leader-Programm gefördert werden.

Die Eltern, allen voran Heidi Papp und Martin Adler, seien auf ihn zugekommen und baten um finanzielle Unterstützung. Daraufhin habe es eine Projektberatung vor Ort gegeben und die Förderung sei in Aussicht gestellt worden. Dadurch sei auch der Spielplatz in Reurieth mit ins Spiel gekommen, da die Fördermittel von der Gemeinde beantragt werden mussten und somit beide Spielplätze davon profitieren sollten. Für beide Spielplätze wurde ein gemeinsamer Antrag gestellt, der schließlich in der RAG beraten und bewertet und schließlich entschieden wurde. Die Gesamtkosten für beide Spielplätze belaufen sich auf rund 65 000 Euro bei 60 Prozent Förderung. So blieb ein Eigenanteil der Gemeinde von 26 000 Euro.

Bürgermeisterin Annette Häfner und der Vorsitzende des SV 1919 Reurieth, Steven Marbach, sind überaus dankbar für die Förderung durch die RAG Leader. Trotzdem kam die Bürgermeisterin nicht umhin, eine kleine Kritik anzubringen. Sie habe nämlich festgestellt, dass bei den Förderungen stets versucht werde, eine Unstimmigkeit zu finden, die eine Kürzung um wenige Prozentpunkte zur Folge habe. Leider konnten aus terminlichen Überschneidungen weder Philipp Rothe noch sein Stellvertreter Albert Seifert an der Übergabe teilnehmen. Rothe hatte wohl einen solchen Einwand erwartet und bestätigte bereits in einem vorangegangenen Telefongespräch, dass es manchmal so ist. Bei der Umsetzung des Projektes seien eben ganz konkrete Kriterien zu beachten, die er gerne vor Ort den Anwesenden begründet hätte.

Dass die Umsetzung der Spielplatzideen voll gelungen ist und die Beteiligten stolz auf ihren Spielplatz sind, zeigten die zufriedenen Gesichter. Und dies alles ohne teure Planer, bemerkte Annette Häfner. Auch Heidi Papp, die mit ihrer Tochter auch den Reuriether Spielplatz in Augenschein nahm, war, ebenso wie ihre anderen Siegritzer Eltern, mit ihren Spielplatz hoch zufrieden. Nicht vergessen werden darf dabei, dass der Sportverein Reurieth bereits in den vorhandenen Spielplatz mit investiert hat – Steven Marbach sprach dabei von einer Summe von etwa 20 000 Euro. Auch die Gemeinde habe kleine entstandene Finanzlücken mit ausgeglichen.

So gibt es ein äußerst vielseitiges Kletter- und Fitnessgerüst mit Kletter-Klimmzug-Hangelparcours, Sprossenwand und Reckstangen, eine Outdoor Tischtennisplatte, eine Reifenschaukel oder die Slacklines – gespannte Bänder, auf denen man balanciert. Eine Trendsportart, die den Kindern nicht nur Spaß macht, sondern auch die motorische Entwicklung – Koordination, Gleichgewichtssinn – trainiert. Es sollte aber nicht nur ein Spielplatz, sondern ein echter Familienplatz werden. So haben Handwerker eine Grillstelle errichtet, eine überdachte Sitzgruppe als sogenannte „Waldschänke“ neben dem Versorgungstrakt des SV 1919 eingerichtet, sodass dort durchaus ein Kindergeburtstag oder ein kleines Familienfest gefeiert werden kann.

 

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