Spendenlauf 2700 Euro für ukrainische Kinder

Schulleiterin Dorothee Schlosser und Ole Otto übergeben den symbolischen Scheck an Landrat Thomas Müller und Elisa Meißner vom Amt für Migration. Das Geld soll ukrainischen Schülern zugute kommen. Foto: /Landratsamt

Im April sind die Schüler der Regelschule Crock für den guten Zweck gelaufen. Für jede gelaufene Runde gabs einen zuvor eingeworbenen Spendenbetrag. Etwas mehr als 2700 Euro sind dabei zusammenkommen. Das Geld soll genutzt werden, um ukrainische Kinder im Landkreis mit Schul- und Sporttaschen sowie Sportbekleidung und Sportgeräten auszustatten.

Ende April ist es gewesen, als die Schüler der Regelschule in Crock Runde für Runde um ihr Schulgebäude gelaufen sind. Nicht nur aus rein sportlichen Zwecken – denn sie haben sich zuvor Paten gesucht, die für jede gelaufene Runde einen bestimmten Betrag spenden. Insgesamt haben die Schüler so eine Summe von 2717,40 Euro erlaufen. Nun haben sie das Geld offiziell ans Landratsamt übergeben. Das Geld soll für die Ukraine-Hilfe eingesetzt werden.

„Wir können jeden Euro gut gebrauchen“, sagen Landrat Thomas Müller und Elisa Meißner vom Amt für Migration. Sie sind gekommen, um Danke zu sagen, dafür „dass ihr für andere geschwitzt habt“. Ganz besonders geschwitzt hat der Fünftklässler Ole Otto. Er hat am 28. April zehn Runden in 15 Minuten absolviert. Ole und sein Kumpel haben auch schon Berührung mit ukrainischen Kindern gehabt. „Bei uns im Fußballverein sind ein paar Kinder aus Eisfeld, die mit uns trainieren“, erzählen die beiden. Beim SV Falke Sachsenbrunn trainieren und spielen sie mit. „Der eine kann das noch nicht so gut, weil er zuhause immer Volleyball gespielt hat. Aber das bringen wir ihm schon bei“, sind die Jungs überzeugt. Integration durch den Sport sei immer ein einfacher Weg, weiß Elisa Meißner. Sie wird über ihr Amt das Spendengeld der Schüler verwalten und hat sich bereits Gedanken gemacht, wie die Summe verwendet werden soll.

„Weil ihr Schüler das Geld erlaufen habt, wollen wir es gern auch ukrainischen Kindern in eurem Alter zukommen lassen“, sagt sie. Die ukrainischen Kinder sollen davon Schulrucksäcke, Sporttaschen, Sportbekleidung und Sportgeräte bekommen können. „Alles, was bei euch meist selbstverständlich ist, können wir den Kindern jetzt geben. Viele sind auf der Flucht nur mit dem nötigsten gekommen“, verdeutlicht der Landrat. Ihm ist es wichtig zu betonen, dass die Kinder den Ukrainern freundlich und offen begegnen sollten. Das sei eine ebenso große Hilfestellung für Kinder, die hier angekommen sind.

Gegenwärtig sind etwa 410 ukrainische Flüchtlinge im Landkreis registriert. Darunter auch viele Kinder. Bisher sind erst acht Kinder in Kindergärten untergebracht, für circa 40 Kinder besteht Schulpflicht. Diese Zahlen dürften sich bald noch einmal ändern, weil die Schulpflicht erst nach drei Monaten Aufenthalt gilt. „Viele melden die Kinder auch erst zögerlich an“, sagt Elisa Meißner. Viele seien mit dem Ziel geflohen, sehr bald wieder in die Ukraine zurückzukehren. Da würden solche Angebote, wie Deutschunterricht, oder die Einschulung nicht wahrgenommen. Einige Ukrainer seien inzwischen auch schon wieder zurückgereist.

Für den Landkreis stellt sich indessen auch noch eine andere Problematik dar. Bis zum 31. Mai hat der Landkreis die Aufgaben im übertragenen Wirkungskreis von Bundes- und Landesaufgaben übernommen. Seit dem 1. Juni sind die Aufwendungen für ukrainische Flüchtlinge in den eigenen Wirkungskreis übergegangen. „Im Haushalt haben wir dafür noch nichts stehen“, sagt Müller. Dass Land hatte sich so geäußert, dass die Kreise ihre Aufwendungen zu 100 Prozent erstattet kriegen würden. „Da ist aber noch gar nichts klar. Wir brauchen dringend ein Spitzengespräch mit der Landesregierung, um die Finanzierung zu klären“, erklärte Müller jüngst im Kreistag. Ukrainische Flüchtlinge werden derzeit behandelt wie Sozialhilfeempfänger. Das müsse geklärt werden, ebenso wie eine feste Finanzierungszusage vom Land.

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