Spendenerfolg Ilmenau Wie 6000 Euro dem kleinen Max helfen

Jessie Morgenroth

Die Geschichte des kleinen Max aus Ilmenau hat viele Menschen berührt. Dank zahlreicher Spenden kann sich die Familie nun wichtige Wünsche erfüllen.

Stolz präsentiert Max seinen großen Spendencheck. Mit dem Geld sollen seine beiden angegriffenen Vorderzähne Kronen bekommen. Und es geht in den Familienurlaub. Foto: Jessie Morgenroth

Im Sommer hatte der kleine Max aus Ilmenau gemeinsam mit seiner großen Schwester Zoé und seiner Mutter Nicole Greiner erstmals die Ilmenauer Freies-Wort-Redaktion besucht und die ganze Region am Schicksal des Dreijährigen teilhaben lassen. Seit dem Säuglingsalter leidet Max an einem Pilozytischen Astrozytom, einem Tumor in seinem Kopf. Und auch wenn er gutartig ist, handelt es sich um Krebs.

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Die Diagnose vor drei Jahren war ein Schock, doch die Familie lässt sich davon nicht unterkriegen – schon gar nicht Max. Auch bei seinem neusten Besuch strotzt der kleine Wirbelwind nur so vor Lebensfreude und Energie. Wie ist es ihm in den vergangenen Wochen ergangen? Max war wieder im Jenaer Krankenhaus, mittels einer Operation wurden Beulen an seinem Kopf entfernt. Bei einem früheren Eingriff hatten die Ärzte selbstauflösende Fäden verwendet – die sich allerdings nicht selbst auflösten, sondern vom Körper in Form von Ausstülpungen eingekapselt wurden. Die Beulen sind nun erfolgreich entfernt „es war nix Schlimmes, keine Tumore“, so Mutter Nicole Greiner erleichtert. Und es gibt noch eine gute Nachricht: Der Krebs hat aktuell nicht gestreut.

Um das Tumorwachstum aufzuhalten, macht Max gerade schon seine zweite Chemotherapie – jeden Freitag fährt er dafür mit seiner Mutter nach Jena in die Tagesklinik, ist mittlerweile in Woche 33 von 73. Von diesen schweren gesundheitlichen Strapazen merkt man Max aber nichts an. Er ist sehr lebhaft und neugierig, plaudert munter und bringt mit seiner offenen, schelmischen Art schnell den ganzen Raum zum Lachen. All das Leid, das er schon erlebt hat, dass ihn der Krebs sein rechtes Augenlicht genommen hat – man merkt es ihm nicht an. „Er ist nach wie vor ein lebhafter Junge und wird das auch immer sein“, so Nicole Greiner. Und das sei gut so – lieber ein energiegeladenes Kind als ein Sohn, der wegen der schweren Krankheit ans Bett gefesselt ist. Mittlerweile kann Max sogar halbtags wieder in den Kindergarten gehen. „Insgesamt geht es ihm ...“, setzt Nicole Greiner an und Max ergänzt schnell „Gut“ – noch bevor seine Mutter es aussprechen kann.

Nach der ersten Chemo gab es den Rückschlag

Rückblick: Mit gerade einmal acht Monaten hatten Max’ Augen angefangen zu flackern. Dieser sogenannte Nystagmus war ein Symptom des Tumors in seinem Kopf, der daraufhin entdeckt wurde. Die Ursache ist unbekannt.

Es folgten unzählige Operationen und eine 82 Wochen lange Chemotherapie. Max’ kleinen Kopf ziert eine seitliche Narbe, er trägt einen Port unter der Haut seines Oberkörpers. Das Ziel, die inoperable Raumforderung in seinem Schädel schrumpfen zu lassen, schien im Sommer vergangenen Jahres endlich erreicht. Max läutete nach seiner schweren Tortur die Chemoglocke, der Tumor war geschrumpft ... nur um drei Monate später wieder deutlich zu wachsen. Der Kampf ging von vorne los. Eine allgemeine Prognose der Ärzte gebe es nicht, das Ziel sei nach wie vor, das Tumorwachstum aufzuhalten, bevor er weitere Schäden im noch so jungen Körper anrichtet. Nicole Greiner weiß um die Stärke ihres Sohnes. Mit seiner Energie und scheinbar unbremsbaren Lebensfreude begeistert er, steckt jeden an. Auch die Redaktionsmitarbeiter.

Dank der Spenden können mehrere Wünsche erfüllt werden

Der Bericht über den kleinen Jungen war im Sommer auch mit einem Spendenaufruf verbunden – Max hat Pflegestufe drei, seine Mutter kümmert sich, geht jeden Weg mit ihm, kann nicht arbeiten gehen. Sie ist alleinerziehend, Freunde und Familie stehen hinter ihr. Die Familie komme finanziell klar, größere Ausgaben seien aber nicht drin. Dank der gesammelten Spenden können sich die Ilmenauer nun mehrere Wünsche erfüllen. Da wäre allen voran das Ziel, dass Max wieder schöne Zähne bekommt. Nicole Greiner möchte seine beide Vorderzähne mit Kronen ausstatten lassen, denn diese sind von der Chemotherapie gezeichnet. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für diese Behandlung aber nicht.

Das ermöglichen nun die Leser unserer Zeitung. Über den Verein Freies Wort hilft haben sie gespendet, 6000 Euro sind so zusammengekommen – eine Summe, die sehr helfe, wie Nicole Greiner betont. Die Familie freue sich sehr über die Anteilnahme. Der Zahnarzttermin steht schon in den kommenden Tagen an.

Doch das Geld soll nicht nur in die Behandlung investiert werden. Eigentlich wollte Nicole Greiner ihren beiden Kindern eine kleine Familienauszeit im Tropical Island bei Berlin ermöglichen. Der Kurzurlaub im Paradies war besonders der Wunsch ihrer 14-jährigen Tochter Zoé, die ein inniges Verhältnis zu ihrem kleinen Bruder hat, wegen seiner Erkrankung aber auch zurückstecken muss. Als der kleine Mann ein Spiel geschenkt bekommt, steht für ihn gleich fest: Das spielt er später zu Hause mit seiner großen Schwester! Ihre beiden Kinder glücklich zu sehen, daraus schöpft auch Nicole Greiner ihre Kraft. Ihr größter Wunsch: Max soll gesund werden und seine Kindheit genießen können.

Statt nach Berlin geht es nun in die Sonne

Mittlerweile haben sich die Pläne aber geändert. „Die Idee mit dem Tropical Island haben wir erst mal verworfen ... stattdessen wollen wir zu Silvester in den Urlaub fliegen. Dahin, wo es warm ist“, berichtet Nicole Greiner mit einem Lächeln im Gesicht. Statt ins deutsche Tropical Island kann sich die Familie nun auf eine Auszeit im echten Paradies freuen. Und von dem restlichen Geld wollen die Ilmenauer kleine Ausflüge unternehmen. Das werden sicher viele schöne und unbeschwerte Momente für den kleinen Max abseits seiner Krankenhausgeschichte.

Ein schönes Erlebnis hatte Max auch schon dieser Tage in einem blau-weißen Zelt: Der Zirkus ist in der Stadt und sein Opa hatte Freikarten organisiert. Das sorgte für große Begeisterung beim kleinen Mann.