Spenden für Leonie 15.000 Euro, große Dankbarkeit und viele Helfer

Sarah Jakob

Knapp 15 000 Euro sind bereits innerhalb weniger Tage beim Verein „Freies Wort hilft“ für die kleine Leonie aus Sonneberg eingegangen. Jetzt wird eine Soforthilfe ausgezahlt. Leonies Oma Edeltraud ist überwältigt von der großen Hilfe, die ihr zuteil wird.

Sonneberg - Für das Ehepaar Hausdörfer und ihre Enkelin Leonie waren die vergangenen Wochen nicht leicht. Ende Oktober dieses Jahres verstarb Leonies Mutter Marion unerwartet, weshalb sich nun ihre Großmutter Edeltraud um die Zehnjährige kümmert. Während die beiden noch um die Verstorbene trauern, müssen sie sich so gut es geht im Alltag zurecht finden, einen Umzug meistern und die hohen Kosten für die Bestattung irgendwie aufbringen. Erschwerend kommt hinzu, dass Opa Heinz aus gesundheitlichen Gründen in einem Pflegeheim in Bad Rodach untergebracht ist und die beiden ihn deshalb nicht regelmäßig sehen können. Freunde der Familie rieten deshalb, sich über „Freies Wort hilft“ an die Öffentlichkeit und zu wenden, damit durch Spenden wenigstens die finanzielle Situation der Verbliebenen verbessert werden kann.

Hohe Beteiligung

Nun hat der Verein „Freies Wort hilft – Miteinander füreinander“ nach nur etwa zehn Tagen Aktionslaufzeit eine erfreuliche Summe zu vermelden: 14 916 Euro sind, so der Stand am Dienstagnachmittag, in den vergangenen Tagen seit Veröffentlichung der Spendenaktion zusammengekommen. Von diesen wird nun bald eine Soforthilfe über 5000 Euro an Edeltraud Hausdörfer ausgezahlt, um die ersten anstehenden Kosten, wie etwa die Bezahlung eines Bestattungsunternehmens zu ermöglichen. Hausdörfer zeigt sich auf Nachfrage überwältigt von all der Anteilnahme: „Das kann man nicht in Worte fassen. Wie die Menschen uns helfen und was da bereits zusammengekommen ist“, sagt sie. Niemals hätte sie mit einer so hohen Summe gerechnet: „Ich möchte mich wirklich herzlich bei allen Beteiligten bedanken“, fügt sie hinzu. Doch nicht nur unter Lesern aus dem Landkreis Sonneberg und ganz Südthüringen hat sich die Nachricht über die prekäre Situation der kleinen Familie verbreitet. Vielmehr meldeten sich aus dem näheren Umfeld der Hausdörfers Menschen, die gern helfen würden. So habe die Wohnungsbau Sonneberg laut Hausdörfer organisiert, dass sie nicht erst zum 1. Januar 2022, sondern noch zum bevorstehenden 1. Dezember in den Wolkenrasen ziehen kann. Dort wohnte Leonie mit ihrer Mutter. Durch den Umzug möchte ihre Oma dafür sorgen, dass die Enkelin nun nicht auch noch mit einem Ortswechsel zurechtkommen muss und verlässt deshalb ihre Wohnung in der Altstadt von Sonneberg. Dass niemand auf kurzem Wege verfügbar ist, um der 66-Jährigen beim Umziehen und Entrümpeln zu helfen, hat die Menschen in der Region anscheinend auch bewegt. So bekam Hausdörfer auch dahingehend Unterstützung zugesprochen. Des Weiteren bot das Umzugsunternehmen Weinschenk aus Suhl an, den Transport von Möbeln und Co. kostenlos durchzuführen.

Eine weitere freudige Nachricht erreichte Oma und Enkelin derweil von der Sonneberger Regiomed-Klinik. In einer E-Mail bot Birgit Schwabe, Sprecherin des Krankenhauses, im Namen von Regiomed einen Platz im Sonneberger „Wohnen im Alter“-Seniorenheim für Opa Heinz an. Seine Ehefrau habe bereits Kontakt aufgenommen und freue sich sehr über die Hilfe, denn so fallen vielleicht bald Fahrtkosten und der Fußweg vom Bad Rodacher Bahnhof zum dortigen Pflegeheim weg. Bei dieser Gelegenheit wolle sie jedoch auch dem ASB Jugendzentrum „Erholung“ und der Bürgerschule für die weitreichende Unterstützung, vor allem für Leonie, danken. „Es ist wirklich überwältigend, wie alle ihre Hilfe anbieten“, merkt sie nochmals an. Beim Verein verzeichnet man weiterhin Geldeingänge und darunter auch rührende Absichten: Ein Junge habe beispielsweise seiner Überweisung hinzugefügt, dass er „sein Taschengeld für den Monat Dezember“ gerne Leonie zukommen lassen würde. Doch auch aus der Spielzeugstadt selbst trudeln weitere Summen ein. So war vor Kurzem die Feuerwehr Sonneberg Mitte zu einem Einsatz gerufen worden, bei dem sie einem älteren Ehepaar Hilfe leistete. Dieses wollte sich unbedingt bei den Einsatzkräften erkenntlich zeigen und sendete 100 Euro per Post. „Wir nehmen so etwas normalerweise nicht an, und wenn, dann haben wir spezielle Richtlinien für solche Zuwendungen“, erklärt Thomas Brandt von der Feuerwehr. „Da haben die beteiligten Mitglieder beschlossen, dass es an Leonie weitergegeben werden soll“, so Brandt.

Spenden unter dem Verwendungszweck „Leonie“ sind ab sofort an „Freies Wort hilft – Miteinander Füreinander“ möglich. Kontoverbindung: IBAN DE 39 8405 0000 1705 017 017. Wir garantieren, dass jeder eingegangene Betrag bei Leonie und ihrer Familie ankommt. Spenden sind steuerlich absetzbar.

 

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