Spenden-Aktion Hibu läuft zur Hochform auf

Ostern 2022 heißt es in Hildburghausen „Hibu läuft“. Der FSV 06 Eintracht und der Kreissportbund haben einen Spendenlauf organisiert. Und Hibu ist zur Hochform aufgelaufen – 146 Läufer legten 708 Kilometer zurück.

„Es ist der Wahnsinn“, sagt Ulrich Hofmann. Der Geschäftsführer des Kreissportbunds (KSB) kann’s nach der Auswertung der gelaufenen Kilometer kaum fassen: Genau 708 sind zusammengekommen in drei Ostermontag-Stunden – und damit 708 Euro. „146 Teilnehmer – das ist Spitze! Ich bin überwältigt!“ Mit einem solchen Ergebnis hat der Mitorganisator nicht gerechnet. Er ist baff – wie auch alle seine Mitstreiter. Das Format, das der FSV 06 Eintracht Hildburghausen und der KSB zum Osterfest 2022 gemeinsam aus der Taufe gehoben haben, hat gezündet. „Hibu läuft“ zur Hochform auf.

Es ist ein Osterfest der Premieren in Hildburghausen: Das Bärlauchfest am Ostersonntag – und am Ostermontag laufen im Stadion der Werrastadt Freiwillige gleich für zwei gute Zwecke. Das Kinder- und Jugendheim in Marisfeld und „Hilfe für Bruno“ aus Erlau teilen sich das, was erlaufen wird. „Jeder Kilometer, der zurückgelegt wird, ist einen Euro wert“, verkündet Uli Hofmann. Und jeder kann mitmachen – Geübte sind ebenso willkommen wie Anfänger. Für jeden Trainingsstand gibt’s eine Strecke. Drei Angebote unterbreiten die Organisatoren. Zwei Stadionrunden – insgesamt ein Kilometer – können gelaufen werden, aber auch drei- und fünf-Kilometer-Runden sind ausgeschildert. Die beiden letzteren führen ins Wildgehege. Und wem die fünf Kilometer nicht ausreichen, der kann ein Vielfaches der Strecken laufen. 146 Läufer sind’s, die am Ostermontag eine Strecke in Angriff nehmen. Und um 13 Uhr hat die Summe der gelaufenen Kilometer die 700er Grenze längst überschritten. „Unsere Sponsoren, die Volksbank Thüringen Mitte und die Teag haben am Ende den erlaufenen Betrag auf glatte 1000 Euro aufgerundet“, erzählt Uli Hofmann nach der Auswertung.

Ein Scherflein dazu beigetragen hat auch eine Dreijährige. Tilda aus Schönbrunn ist gemeinsam mit ihrer Mama Sina Mäuer auf der Kilometer-Strecke unterwegs – und jetzt hat sie’s geschafft. „Für einen guten Zweck sind wir immer zu haben“, sagt Sina Mäuer, die gemeinsam mit Kind und Partner nach Hildburghausen gekommen ist. Tildas Papa allerdings ist auf einer längeren Strecke daheim. Peter Schumann geht gemeinsam mit Olaf Dömming und Oliver Weiß auf die 20-Kilometer-Runde.

„Das waren die weitesten Distanzen, die am Ostermontag gelaufen wurden“, bestätigt Uli Hofmann am Ende. Auch Jens Hirschfeld vom FSV geht mit auf die Strecke. Allerdings entscheidet er sich für die mittlere Distanz: Drei Kilometer läuft er, denn schließlich ist seine Präsenz im Stadion gefragt – und am Nachmittag beim Spiel.

Der gute Zweck steht also auch beim gemeinsamen Sport im Mittelpunkt. Allerdings auch beim Schlemmen. Denn eine weitere karitative Einrichtung kann sich über eine Spende freuen. Die Organisatoren haben entschieden, dass sämtliche Einnahmen aus dem Verkauf von Getränken und Speisen der Hildburghäuser Tafel zugute kommen – und das sind immerhin 240 Euro.

Jens Hirschfeld ist die Freude anzumerken. Er sei „top zufrieden“ – und der Verein fest entschlossen, „Hibu läuft“ im Veranstaltungskalender zu etablieren. Weil damit anderen geholfen wird – und sie dazu beiträgt, Menschen zu bewegen. „Genau das wollten wir erreichen: Die Menschen sollen rausgehen, sich bewegen, andere dabei treffen.“ Warum also nicht bei einem Spendenlauf? Schon im vergangenen Jahr habe es einen solchen gegeben. Allerdings Corona-bedingt individuell. Die Leute liefen – und schickten übers Internet ihre getrackten Strecken. Daraufhin wurde die Kilometerzahl ermittelt. 600 Euro Spenden wurden so dezentral gesammelt. Die Spendenlauf-Idee ist mit ins neue Jahr genommen – und zu „Hibu läuft“ geworden. Der KSB war als Partner gleich dabei. Klar, denn auch das andere Format, bei dem der FSV 06 gemeinsam mit dem KSB engagiert ist – das „Kicken für Kinder“ in der Weihnachtszeit, hat in der Corona-Zeit gelitten. Zweimal sei es ausgefallen, erzählt der KSB-Geschäftsführer. Und da kam „Hibu läuft“ gerade recht. Allerdings wird’s, wenn es die Bestimmungen zulassen, auch das „Kicken für Kinder“ wieder geben.

Doch „Hibu läuft“ ist keine Eintagsfliege. Das steht nach dem Erfolg vom Ostermontag fest. Es ist eine Veranstaltung, bei der Menschen zusammenkommen, sich bewegen und etwas bewegen. Genau diese drei Faktoren sind’s, die „Hibu läuft“ zum Erfolg verhelfen. „Wir haben gehofft, dass das Konzept aufgeht. Mein persönliches Ziel waren etwa 100 Teilnehmer“, erzählt Jens Hirschfeld. Auch seine Erwartungen sind übertroffen worden. Und, was ihn mindestens genauso freut: Es waren nicht nur Mitglieder des FSV 06 Eintracht Hildburghausen, die zur Hochform aufgelaufen sind. Vielmehr waren es Mitglieder verschiedener Vereine des Landkreises, die einen Beitrag geleistet haben – ob es die Leichtathleten aus Veilsdorf waren oder die Mitglieder des SV Pädagogik Hildburghausen, die mit 40 Leuten vertreten waren. „Unser Ziel, Vereine zusammenzubringen, haben wir erreicht.“ Doch es gibt Steigerungsmöglichkeiten – bei der zweiten Auflage im kommenden Jahr. In Hibu scheint’s zu laufen.

Autor

 

Bilder