Verein sammelt für Verein Gnadenhof bekommt 8500 Euro-Spende

Spendenübergabe Foto: Hildburghausen

Der Gnadenhof in Themar beeindruckt Menschen über die Kreisgrenzen hinaus. Am Maifeiertag brachten Hundesportler aus Meiningen einen Scheck nach Themar.

Themar - Während am Morgen des Maifeiertags die Shettys wild und ausgelassen über die Wiese toben und ein Alpaka sich die Füße im Planschbecken abkühlt, passiert etwas Historisches auf dem Gnadenhof in Themar. Ein Verein spendet für den Verein. 8500 Euro. Für die Übergabe des Spendenschecks sind einige Mitglieder des Hundesportvereins aus Meiningen in den Nachbarkreis gekommen. Die meisten von ihnen sind zum allerersten Mal auf dem Gnadenhof und sichtlich begeistert vom Areal und von der Arbeit, die dort Tag für Tag für Tiere geleistet wird.

Knapp 70 Mitglieder zählt der Meininger Hundesportverein. „Die Hälfte davon hat für den Gnadenhof gespendet“, erzählt Vereinschef Jörg Dolling. „So groß war das erst gar nicht geplant. Wir hatten aus der Zeitung von den furchtbaren Vergehen an den Tieren erfahren und wollten einfach etwas tun, um den Gnadenhof zu unterstützen. Deshalb haben wir vereinsintern zu Spenden aufgerufen. Drahtzieher war unser Vereinsmitglied Maximilian Diez. Doch die Spendenidee nahm immer mehr Fahrt auf, wurde von Vereinsmitgliedern nach außen getragen. Wir hatten nun trotz der durch Corona brach liegenden Vereinsarbeit wieder ein gemeinsames Ziel, haben uns vernetzt und zusammen etwas getan“, fügte er hinzu.

Und plötzlich waren da Teams aus Firmen, die Geld zusammengelegt haben, aber auch Kindergartenkinder, die zwei Euro von ihrem Taschengeld dazu gegeben haben. Der Verein machte mobil – querbeet. 204 Spender wurden aktiviert.

„Alle wollten dem Gnadenhof helfen, die Arbeit dort erleichtern und unterstützen. Die Aktion lief bis 30. April. Die letzte Spende ist abends um halb elf noch eingegangen. Die höchste Spende lag bei 500 Euro. Es ist unbeschreiblich, welche Hilfsbereitschaft hier zu Tage kam. Wir sind stolz und glücklich, dem Gnadenhof-Team solch eine hohe Summe übergeben zu können“, sagt Jörg Dolling, der zu Spendenübergabe zu ersten Mal Gnadenhof-Betreiber Sandro Adler persönlich getroffen hat.

Digital haben sich die beiden Tierliebhaber schon während der Spendenaktion vernetzt. „Anfangs habe ich Sandro immer noch die Spendensummen durchgegeben. Irgendwann konnten wir beide kaum noch glauben, was hier passierte, wie viel Geld zusammen kam“, sagt Jörg Dolling, während er am Gatter der blinden Stute Aga steht und staunt, welch perfektes Zuhause hier für die kürzlich von nächtlichen Eindringlingen fast zu Tode gejagten Stute entstanden ist.

Die Verletzung ist verheilt, nur eine Narbe zeugt noch von der Nacht der Tierquälerei auf dem Gnadenhof. Und man sieht Vertrauen und Liebe zwischen Mensch und Tier, als sich die blinde Aga an ihre Pfleger schmiegt und sich rundum wohlzufühlen scheint. „Um das Paddock für Aga noch besser zu machen, wird die Spende der Meininger in Paddockplatten investiert. Hier haben wir einen Lieferanten gefunden, der unser Vorhaben mit vollem Enthusiasmus unterstützt“, sagt Sandro Adler.

Jörg Dolling hofft, dass die Spendenaktion einfach weiterläuft und sagt den Kollegen aus Themar jeden Cent zu, der noch zusammenkommen könnte: „Was ihr hier tut, ist einfach beeindruckend. Hut ab! Das möchten wir als Tierfreunde unterstützen.“

Jutta Beßler von den Meininger Hundesportlern bekräftigt die Worte ihres Vereinsvorsitzenden und lobt das Tun des Gnadenhof-Teams: “Das Gelände ist toll. Die Tiere wirken glücklich. Ich danke ihnen herzlich für die Arbeit, die sie hier tun.“

Sandro Adler und seine Mitstreiter sind überwältigt vom Interesse und der damit einhergehenden Unterstützung ihres Herzensprojektes. „Wir erfahren immer mehr Zuspruch. Das tut so gut und bestätigt uns in unserer Mission, Tieren ein würdiges Zuhause zu geben und sie perfekt zu versorgen“, sagt er, der von November vergangenen Jahres bis Ende Februar dieses Jahres mehrmals furchtbare Verbrechen an den Tieren entdecken musste.

„Die Schreckenstaten reichten von gequälten und getöteten Ziegen bis hin zu der Hetzjagd auf die blinde Aga und ihre Gefährten. Es war immer wieder unfassbar traurig und nicht zu glauben. Alle Ermittlungen liegen in den Händen der Polizei. Seit wir Kameras installiert haben, scheinen unsere Tiere ihre Ruhe zu haben“, sagt er und ist froh, dass der Gnadenhof hilfsbereite Nachbarn hat und mittlerweile Unterstützung von überall her bekommt, sodass es wieder um das Wesentliche gehen kann: Gelebten Tierschutz.

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