Spendable Auswandererin Vor 110 Jahren Kindergarten gestiftet

Annett Recknagel

Das Katharinenheim in Fambach ist 110 Jahre alt geworden. Der Kindergarten feierte das Jubiläum mit einem bunten Fest auf der Freilichtbühne.

Die Bären waren zwar etwas unfreundlich, aber auch witzig: „Den Koch in der Kombüse, den haun wir ins Gemüse“, verkündeten sie. Die Giraffen beklagten sich über die kleine Kammer und ihre Halsschmerzen. Sie brauchen aber auch vier Meter hohe Zimmer. Auf der Arche war es viel niedriger. „Es wird besser irgendwann, also stellt euch nicht so an“, lenkten die Löwen ein. Was sind schon 40 Tage und Nächte auf einem Schiff. Von den Schwierigkeiten während des Baus ganz zu schweigen.

Am Ende wurde alles gut und Noah schickte die Taube aus. Man weiß, was geschah. Beim zweiten Mal kam sie mit einem Olivenzweig im Schnabel zurück, beim dritten Ausflug blieb sie ganz weg. Höchste Zeit, die Tür der Arche zu öffnen. Die Flut war vorbei. „So bunt, so schön ist unsre Welt – so wie ein Regenbogen“: Die Vorschüler und deren Gehilfen aus dem unteren Jahrgang sangen das Lied aus voller Kehle und das Publikum klatschte im Takt mit.

Bunter hätte die Feier zum 110. Geburtstag des Fambacher Katharinenheimes nicht sein können. Die Kinder spielten das Geschehen auf der Arche Noah nach und hatten sich mit den schönsten Kostümen geschmückt.

Die Idee, zum Kindergartenjubiläum ein Theaterstück aufzuführen, ist nach dem Ausfall des Krippenspiels im vorigen Jahr entstanden, war von Pfarrerin Milina Reichardt-Hahn zu erfahren. Wegen Corona durfte in der Kirche nicht agiert werden, also entschieden sich Carolin Hilpert, Petra Endter und Anja Rummer mit ihren Kindern ein Theaterstück einzustudieren. Unterstützung bekamen sie von den Eltern, die für Kulissen und Kostüme sorgten und von André Stötzel, der für die Technik verantwortlich zeichnete.

Die Mädchen und Jungen lernten fix. Das Stück nahm Gestalt an. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Man merkte, dass im Fambacher Kindergarten Zeit für Spiel und Fröhlichkeit ist. Die Inszenierung war sehr gelungen. Natürlich erregte der Archebau damals Aufsehen. Selbst die Mesopotamische Zeitung berichtete. Der Applaus folgte.

Bürgermeister Ralf-Peter Schmidt überreichte einen Scheck über 200 Euro an Christiane Möller vom Förderverein und zollte den Erziehern seine Wertschätzung. Der Förderverein warb für neue Mitglieder.

Kindergartenchefin Kerstin Weyh erinnerte an die Stifterin der Einrichtung, Eva Katharina Anding, eine Fambacherin, die in die Vereinigten Staaten ausgewandert ist, aber so an ihrem Heimatdorf hing, dass sie für den Bau der Kindereinrichtung einst 12 .300 Mark spendierte. Unter schwierigsten Bedingungen hatte sie sich dieses Geld abgespart, um das Haus für die Kinder von der Kirchengemeinde erbauen zu lassen, erzählte Kerstin Weyh. Als Dank an die großzügige Stifterin erhielt das Kindergartengebäude nach der Sanierung im Jahr 1999 den historisch gewachsenen Namen Katharinenheim.

Stolz sind Kerstin Weyh und alle Erzieherinnen darauf, dass der Kindergarten bis heute mit Leben erfüllt sei. Zum Jubiläum begrüßte sie auch Ehrengäste. Darunter waren mit Marlis Radke, Tanja Odi, Monika Baier, Regina Arndt, Heidrun Bickel, Annette Zimmermann und Dorothea Heller auch frühere Mitarbeiterinnen, die teilweise viele Jahre im Fambacher Kindergarten gearbeitet haben. Pfarrerin Milina Reichardt-Hahn überbrachte die Grüße ihrer beiden Vorgänger Michael Glöckner und Klaus Fischer.

Der Nachmittag an der Freilichtbühne gestaltete sich zu einem bunten Kinderfest. Für die Mädchen und Jungen gab es Spielstationen. Beispielsweise konnten Tiermasken und Schiffchen gebastelt werden. Sackhüpfen und Eierlaufen wurden angeboten. Eine Tombola lud ein.

Wer Lust hatte, konnte sich durch die Einrichtung führen lassen. Außerdem gab es einen Infotisch mit historischen Dokumenten.

 

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