Special Olympics Von Spree-Athen zum Rennsteig

Siegerfaust: Der Rheinländer Theo Knuth aus Neuss zeigt stolz seine Goldmedaille, die er im Tennis gewonnen hat. Foto: / Claudio Gärtner/Imago

Thüringen hat den Staffelstab übernommen: Im Januar 2024 finden im Freistaat die bundesdeutschen Special-Olympics-Winterspiele statt.

In der zurückliegenden Woche sind in Berlin die nationalen Special Olympics über die Bühne gegangen. Annähernd 4000 Aktive waren beim mehrtägigen inklusiven Sportfest für Menschen mit geistiger beziehungsweise mehrfacher Behinderung am Start, in 20 Sportarten wurde gewetteifert. Die Großveranstaltung war zugleich eine Generalprobe, denn im kommenden Jahr werden die Weltspiele von Special Olympics in der deutschen Metropole stattfinden.

Was hat das alles mit Thüringen zu tun?

Eine Menge. Einerseits war das 149-köpfige Team (inklusive Betreuer) aus dem Freistaat bei den Spielen in Berlin überaus erfolgreich, wie 102 Medaillen (33 x Gold, 42 x Silber, 27 x Bronze) in den verschiedenen Leistungsklassen belegen. Andererseits ist Thüringen in nicht einmal zwei Jahren Ausrichter der bundesweiten Special-Olympics-Winterspiele.

Was gibt es aus Südthüringer Sicht zu vermelden?

Als erfolgreichste Thüringer Behindertenwerkstatt entpuppte sich wieder einmal die Stiftung Rehabilitation Thüringer Wald, kurz Reha Schleusingen genannt. Jeweils sieben Mal Gold, Silber und Bronze gingen auf das Konto der Einrichtung aus dem Landkreis Hildburghausen. Ebenfalls gewohnt stark präsentierte sich die Kraftsport-Abteilung vom Bodelschwingh-Hof aus dem zwischen Gotha und Eisenach gelegenen Örtchen Mechterstädt. Im Kraftdreikampf wurden vier der fünf zu vergebenden Titel eingesammelt. Im Endeffekt sei allerdings der olympische Gedanke entscheidend, betonte Rolf Beilschmidt, Präsident von Special Olympics Thüringen: „Die Teilnahme und das Erlebnis zählen mehr als Gold, Silber oder Bronze.“

Hat Beilschmidt eine Stippvisite nach Berlin gemacht?

Ja – und er war nicht allein, denn zum Finale der nationalen Spiele erhielt die Thüringer Delegation bei der Abschlussfeier am Brandenburger Tor die Special-Olympics-Fahne überreicht. Damit wurde der symbolische Staffelstab für die Winterspiele 2024 übergeben. Neben Beilschmidt war der Thüringer Athletensprecher Manuel Wehner (Suhler Werkstätten) in Spree-Athen vor Ort – ebenso wie Martina Reinhardt vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport.

Wo und wann finden die Winterspiele 2024 statt?

Ein großer Teil der Wettbewerbe wird im übernächsten Januar in Oberhof ausgetragen. Die Eissportarten wurden nach Erfurt vergeben, das zum Winterprogramm gehörende Klettern nach Weimar und damit in eine Hochburg dieser Sportart.

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