Spaziergang in Zella-Mehlis Polizei schickt Bürger nach Hause

Anica Trommer

Überwiegend friedlich, ohne Plakate und Trillerpfeifen, haben am Mittwoch etliche Zella-Mehliser gegen die Corona-Regeln protestiert. Erlaubt war der Spaziergang mit rund 150 Teilnehmern trotzdem nicht. Die Polizei griff ein.

Am Mittwoch hat die Polizei einen Aufzug der Corona-Spaziergänger unterbunden. Foto: dpa

Zella-Mehlis - Erneut sind in Zella-Mehlis Bürger auf die Straße gegangen, um ein Zeichen zu setzen gegen die Corona-Regeln. Die Polizei zählte am Mittwochabend etwa 150 Teilnehmer, die sich auf dem Rathausvorplatz und entlang der Hauptstraße versammelt hatten. Aus Suhl, Gotha, Erfurt und Nordhausen waren Polizisten vor Ort, um die Spaziergänger – wie sie sich selbst bezeichnen – davon abzuhalten, loszulaufen.

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„Wir haben zuerst das Gespräch mit dem Einzeln gesucht und erklärt, dass solch ein großer Aufzug nicht zulässig ist“, informiert Stephan Lörtzing von der Suhler Polizei. Weiterhin hätten sie die Bürger, darunter neben Älteren auch Familien mit Kleinkinder, darum gebeten, Abstand zu halten und eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.

Als nur wenige diesen Bitten Folge leisteten, haben die Beamten eine Lautsprecherdurchsage gemacht, schildert der Polizist. Daraufhin verteilten sich die Zella-Mehliser auf drei Gruppen zu je 40 bis 60 Mann und marschierten in drei verschiedene Richtungen los, schildert Stephan Lörtzing das Erlebte. Auch die Polizisten teilten sich auf.

Diejenigen, die in Richtung Talstraße und Rodebachstraße liefen, seien nach etwa 30 Minuten gestoppt worden. Einzeln oder in kleinen Gruppe wurden die Zella-Mehliser nach Hause geschickt. Am Denkmal konnten die Beamten schließlich auch die restlichen Spaziergänger aufhalten.

Anzeigen wurden nicht erstattet, aber Ordnungswidrigkeiten – wie fehlender Abstand oder die fehlende Maske im Gesicht – wurden geahndet. Im Großen und Ganzen sei die Stimmung friedlich gewesen. Nur einzelne Bürger seien verbal entgleist.

Jetzt werde das angefertigte Videomaterial ausgewertet. „Wenn wir darauf Leute wiedererkennen können, dann werden wir eventuell Anzeigen vorlegen“, sagt der Polizist.