Eine Frage lautete, wie zweimal sieben gegen sieben möglich wäre, wenn der eigene Kader aus weniger als 14 Spielern besteht. Dann solle man eben ein flexibles zweites Feld ermöglichen, meinte Wolf, etwa für ein fünf gegen fünf. Auch die klassische Bolzplatz-Variante „fliegender Torwart“ könne eine Lösung sein, ebenso ein Wechsel zwischen Überzahl- und Unterzahlspiel. Und Schiedsrichter? Brauche es dann vielleicht gar nicht mehr.
Die Proficlubs dürfte Wolf schon auf seiner Seite haben. „Was gerade passiert, ist, dass wir unsere Denke aufbrechen“, sagte der ebenfalls beim Jugendkongress weilende Ex-Profi Thomas Broich, der bei Borussia Dortmund als Sportlicher Leiter im Nachwuchsleistungszentrum die Stars von morgen mitformen soll. „Es geht darum, dass jeder so oft wie möglich an der Murmel ist“, plädierte der 44-Jährige für die Doppelspielfelder. „Der Fußball wird von der Qualität ein ganz anderer.“
Broich prophezeite allerdings auch: „Es wird ein Riesen-Kulturthema werden, es wird ein Haltungsthema werden.“ Gerade das Dortmunder Lager hatte Wolfs erste Kinderfußball-Reform scharf kommentiert. „Es gab ja auch die Diskussion, nicht mehr auf Tore zu spielen. Demnächst spielen wir dann noch ohne Ball“, hatte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke gespottet: „Ich glaube, dass das grundsätzlich der falsche Ansatz ist.“
Und Bald-Kanzler Friedrich Merz, bekennender BVB-Fan, unkte: „Ich werde den Deutschen Fußball-Bund bitten, in der E- und F-Jugend wieder Fußballspiele stattfinden zu lassen, wo Tore geschossen werden dürfen.“