Teddy- und Puppenfest Im Spielzeug-Paradies zu Gast

Cathrin Nicolai

Mit der Eröffnung des Teddy- und Puppenfestes in der Eishalle steigen die Sonneberger am Donnerstag ins Geschehen des Internationalen Puppenfestivals ein und locken mit vielen Veranstaltungen in die einstige Weltspielzeugstadt.

Emsiges Treiben herrscht am frühen Donnerstagvormittag in der Eishalle des Sonnebades. Die rund 60 Aussteller – das doppelte als im Herbst letzten Jahres, als man das Fest, das eigentlich immer im Frühjahr gefeiert wird, nachgeholt hat – legen noch letzte Hand an an ihren wundervoll gestalteten Ständen. Andere wagen schon einmal einen Blick und halten Ausschau. „So schön hier im Spielzeugparadies“, freuen sich alle und sind dankbar, dass alles so toll vorbereitet worden ist. „Ein Dankeschön dafür an Birger Engel, Michael Busch und dem Team der Tourist-Infos um Susanne Müller“, sagt Stine Michel.

Sie begrüßt pünktlich um 10 Uhr begrüßt die Gäste und ist zufrieden, dass man nun wieder zum traditionellen Termin zusammenkommt. Rainer Häusler kann sich als Vorsitzender des Stadtrates voll und ganz anschließen. Alle, so weiß er aus verschiedenen Kommentaren im Netz, sind voller Vorfreude, endlich wieder ganz normal zu feiern. „Sieben Tage sind Sonneberg und Neustadt wieder das Mekka der Spielzeugfreunde“, sagt er und wünscht allen gute Geschäfte und anregende Gespräche. Martin Stingl, zweiter Neustadter Bürgermeister, hat ganz bewusst die Puppenfee mitgebracht. „Sie wird über die Halle wachen und so wird nichts schief gehen“, begründet er. Das Teddy- und Puppenfest ist für ihn ein Segment des Internationalen Puppenfestivals, das beide Städte nun seit einigen Jahren gemeinsam ausrichten. „Da gibt es ganz viele Mosaiksteine, die das Gesamtbild komplett machen“, sagt er mit Blick auf die zahlreichen Veranstaltungen und ist sich sicher, dass jeder, hier seine Nische findet.

Puppenfans sind da garantiert bei Sigrid Bock aus Erfurt richtig. Ihre Puppen fallen sofort auf. Nicht nur, weil sie für drei Tage auf dem Schiff, das Ehemann Hans gebaut hat, Platz genommen haben, sondern weil sie auch im Gegensatz zu den anderen mit 62, 74 oder sogar 82 Zentimetern größer sind. „Ich modelliere sie alle selber, lasse sie produzieren und verkaufe sie weltweit“, erzählt sie. Wer möchte, kann sie bei ihr kaufen oder aber sich einen Bausatz mitnehmen. In Sonneberg ist sie das dritte Mal zu Gast. „Weil es hier so schön familiär ist“, begründet sie.

Für Marion Längert sind die Erfurter Puppen zu groß. Sie hat sich vor elf Jahren in die Künstlerpuppen von Rosemarie Müller aus dem mittelhessischen Mengerskirchen-Waldernbach verliebt. Im Internet entdeckt, musste sie die Müller-Wichtel einfach haben und hat die „Puppenmutti“ in Berlin kennengelernt. Inzwischen hat sie schon 230 Stück, die alle in den Regalen in ihrer Wohnung einen passenden Platz gefunden haben. „Das sind die einzigen Puppen, die ich mag, denn man kann sie nicht nur anschauen, sondern auch sehr schön mit ihnen spielen“, gibt die Berlinerin offen zu und hat am Stand schon welche entdeckt, die sie unbedingt noch haben muss. „Sie haben ja immer wieder einen anderen Kopf“, begründet sie. Extra deswegen ist sie nach Sonneberg gereist.

Noch ein bisschen kleiner sind die Exemplare von Anke Franke aus Weißenfels. Reborn-Babys in allen möglichen Variationen hat sie an ihrem Stand liebevoll platziert. „Ja genau wie die Kinder, die sind auch alle unterschiedlich“, begründet sie. Seit 2001 kreiert sie ihre Babys und hat lange gesucht, bis sie sie passende Farbe für die entsprechenden Schattierungen der Haut gefunden hat. „Aber jetzt ist es perfekt“, ist sie zufrieden. Hat sie einen Rohling in der Hand, weiß sie schon ganz genau, wie das Baby einmal aussehen soll. Neben der farblichen Gestaltung legt sie großen Wert auf die Haare. Die passenden von der Mohair-Ziege hat sie bis vor Kurzem aus der Ukraine bezogen und sich zum Glück einen Vorrat angelegt. „Jedes wird einzeln eingestochen“, erklärt sie.

Mit Basteln angefangen

Mit einer Bastelpackung hat sich Carola Steinert aus Chemnitz vor gut 20 Jahren mit dem „Teddyfieber“ infiziert. Seitdem kann sie davon nicht mehr lassen. Die Schnittmuster und auch die Kleidung ihrer Bären, Mäuse oder Hasen sind alle selbst gemacht. Gerne übernimmt sie auch Aufträge und fertigt auf Wunsch genau den Bären an, den gerne möchte. „Den Admiral Lord Nelson zum Beispiel“, erzählt ihr Mann Norbert. In Sonneberg waren sie vor vielen Jahren einmal als Gast, inzwischen sind es aber auch schon einige Besuche als Aussteller.

„Liebevoll handgehäkelte Kuscheltiere aus Chenil-Wolle“ steht zwischen den vielen Tieren von Gudrun Lampel aus Aurachtal in der Nähe von Erlangen. „Ich bin durch meine Enkelin dazu gekommen“, erzählt sie. Einmal angefangen, kamen immer mehr Tiere dazu. Der Puh-Bär sitzt neben Mickey und Minnie, die Katze neben dem Hündchen und davor hat es sich ein kleiner Wal bequem gemacht. Manche der farbenfrohen Tiere haben sogar eine Stimme. Drückt man das Kätzchen miaut es, während der Bär ein tiefes Brummen von sich gibt. Das erste Mal in Sonneberg dabei, hofft sie, dass sie bei den Besuchern genauso ankommen sind, wie in Lichtenfels, wo sie erst vor Kurzem ausgestellt hat. „Da waren nicht nur die Kleinen, sondern auch die Omas begeistert“, erzählt sie.

Klassisches Spielzeug aller Art haben Rita und Axel Niegsch aus Schkeuditz mitgemacht. Viele ihrer Waren stammen noch von der Oma. „Das andere finde ich auf den Flohmärkten, wenn ich unterwegs bin“, erzählt sie. Neben Puppen und Teddy, mal groß und mal ganz klein, findet man bei ihnen Tische und Stühle, einen Nähkasten oder sogar einen Strandkorb. „Alles, was zum Spielen dazugehört“, sind sie stolz.

Nicht nur von vorn, sondern besonders auch von hinten ist die Ladenstraße von Hanni und Joachim Fischer aus Stockheim eine wahre Augenweide. In ihren Häusern fährt in einer Etage eine Mini-Eisenbahn. Nebenan liest das Puppenmädchen die Bravo. „Alles selber gebaut und bis auf die Puppen auch selbst gebastelt“, erklären sie und manch einer mag das kaum glauben, denn manche Dinge sind wirklich mickrig. Die Bildersammlung oder die Bücher zum Beispiel, aber auch die Schallplatte. „Wahnsinn“, kann es mancher nicht fassen und muss unbedingt ein Bild machen. „Gerne“, sagt das Ehepaar und freut sich, dass die Ergebnisse ihres Hobbys, das sie nun schon 30 Jahren betreiben, so viel Gefallen findet. „Mein Mann ist außerdem noch Modelleisenbahner“, ergänzt Hanni Fischer. „Aha, daher das Können“, ist nun nachzuvollziehen.

„So eine Börse ist doch wirklich eine wahre Fundgrube“, sind sich die Besucher einig. Fast alles, was das Spielzeugherz begehrt, ist hier zu haben. Puppen und Teddys in allen möglichen Ausführungen, Bekleidung oder die passende Ausstattung für die Puppenbabys, Startersets für alle, die sich selber einmal als Spielzeuggestalter versuchen wollen und und, und. Geöffnet ist die Börse in der Eishalle am Freitag von 10 bis 16 Uhr und am Samstag von 10 bis 17 Uhr.

 

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