Sonneberger Kindergarten startet jeden Monat ein Experiment „Räubergruppe“ als kleine Hobbygärtner

In drei Plasteschalen wurde Erde eingefüllt, der Samen eingebracht und dann gut gegossen. Foto:  

Das Mai-Experiment im Kindergarten „Märchenland“ in Sonneberg widmet sich diesmal den Pflanzen. Die Kleinen haben an drei verschiedenen Orten Kresse gesät und genau beobachtet, was passiert.

Sonneberg - Mit Spielen, Beschäftigung oder Sport ist jeder Tag im evangelischen Kindergarten „Märchenland“ eigentlich schon ganz gut ausgelastet. Aber für Neues sind die Kleinen immer zu begeistern. Deshalb hat man sich im Erzieher-Team entschieden, jeden Monat ein ganz spezielles Experiment zu starten. „Bis jetzt sind unsere Mädchen und Jungen total begeistert und warten schon sehnsüchtig darauf, dass es wieder ein neues Experiment gibt“, freut sich nicht nur Einrichtungsleiterin Sabine Bauer.

In den vergangenen Monaten haben sie schon Schneeplätzchen gebacken, einen Vulkan ausbrechen lassen oder Blumen auf Küchenpapier erblühen lassen. „Und was machen wir diesmal?“, wollen die Mädchen und Jungen kürzlich wissen. „Wir versuchen und als Hobbygärtner“, erklären die Erzieherinnen. „Juhu“, freuen sich alle und können es kaum erwarten, dass es losgeht.

Der Mai ist ja der Monat, in dem die Natur erwacht. Überall kann man das sprießende Grün entdecken, besonders nach den anhaltenden Regenfällen in den letzten Tagen. Manch einer hat vielleicht auch schon mal mit Mutti oder Vati im Garten oder auf dem Balkon, ein bisschen Gärtner gespielt. „Das ist natürlich viel schöner, aber mit Pflanzen experimentieren und Kindern die Natur nahe zu bringen, geht auch drin im Warmen“, sind sich die Mitarbeiter im „Märchenland“ einig. Und ganz ehrlich – im Moment ist es schon ein wenig kalt, zum draußen zu gärtnern. Manch einer mag nun vielleicht denken, dass Hobbygärtnern sehr aufwendig ist und viel Geld kostet. „Muss es aber gar nicht“, weiß das Märchenland-Team jetzt. Mit wenig Geld, kleinem Aufwand und in einer überschaubaren Zeit von etwa einer Woche haben die Kinder der Räubergruppe vor Kurzem Tolles über das Wachstum von Pflanzen herausgefunden. „Ganz einfach mit Kresse“, verrät Sabine Bauer. Die keimt sehr schnell, kann das ganze Jahr gesät und geerntet werden und ist deshalb ideal für das Experimentieren mit Pflanzen.

„Was brauchen Pflanzen eigentlich, um zu wachsen?“, wollte man zu Beginn des kleinen Versuchs von den „Märchenland-Kindern“ wissen. Aber die wussten schon Bescheid und antworteten: Wasser, Licht und einen Boden, in dem die Wurzeln halt finden. „Klasse“, loben die Erzieherinnen. Aber nun wollte man auch mit eigenen Augen sehen, ob das auch wirklich so stimmt. „Uns geht es dabei in erster Linie nicht um den großen wissenschaftlichen Anspruch, sondern eher darum, eine Anregung zum Nachmachen zu geben“, betonen die Erzieherinnen. Ganz bewusst haben sich dafür entschieden, ihre Kresse auf drei unterschiedliche Weisen zu pflanzen: Im Hochbeet im Garten, in einem Schälchen mit Erde im Gruppenraum am Fenster und in einem Schälchen mit Watte auch im Gruppenraum am Fenster. „Mal sehen, ob alles gleich wächst?“, überlegte man.

Die Kinder haben jeden Tag ihre Samen beobachtet und tatsächlich – nach etwa einer Woche sind kleine grüne Kresse-Pflanzen erkennbar. Aber beim Vergleich der drei „Pflanz-Stationen“ fielen Unterschiede auf. So ist die Kresse, die auf Watte gebettet wurde, nur durchgekommen, aber dann leider stehen geblieben. Die Pflänzchen im Garten sind aufgrund der kühlen Temperaturen etwas langsamer gewachsen, als die Kresse in Erde im Gruppenzimmer. „Wow“, staunen die Kleinen. Ganz nebenbei haben sich herausgefunden, dass Pflanzen zum Wachsen natürlich Erde, Wasser und Licht, aber auch Wärme brauchen.

„Ein spannendes Experiment,das die Geduld nicht all zu lange auf die Probe stellt und mit wenig Aufwand zuhause nachgemacht werden kann“, sind sich alle einig und können allen anderen nur empfehlen, es auch mal auszuprobieren. Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss und das war in diesem Fall das Butterbrot mit Kresse.

 

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