Nach bravourösem Start mit dem fantastischen Crossover-Projekt „Chet on the Beach“ und zwischenzeitlicher – organisatorisch bedingter – Veranstaltungspause gehen die 39. Sonneberger Jazztage am Freitag, 14. November, in ihre Hauptphase.
Die 39. Sonneberger Jazztage gehen am Freitag, 14. November, weiter. Die Jazzfreunde laden um 20 Uhr ins Gesellschaftshaus Sonneberg ein.
Nach bravourösem Start mit dem fantastischen Crossover-Projekt „Chet on the Beach“ und zwischenzeitlicher – organisatorisch bedingter – Veranstaltungspause gehen die 39. Sonneberger Jazztage am Freitag, 14. November, in ihre Hauptphase.
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Wie immer am Freitagabend laden die Jazzfreunde ins Gesellschaftshaus Sonneberg zur Friday Night Party ein. Kenner wissen es, da geht es viel um scharfe Töne und heiße Rhythmen, die ihre musikalische Inspiration oft in der afroamerikanischen Kultur finden. In diesem Jahr erfüllt sich ein lang gehegter Wunsch der Veranstalter, wenn die in Ostdeutschland legendäre Kultband „Pro Art“ die Bühne entern wird. Obwohl hauptsächlich in Thüringen beheimatet, mussten erst 39 Jahre vergehen, bis es mit einem Engagement geklappt hat.
Dabei ist es nicht ganz alltäglich, was die Akteure so alles mitbringen. Denn: Welcher Wahnsinnige schleppt heutzutage noch freiwillig fünf bis sechs Zentner in Form von Hammondorgel, Leslie-Kabinett und Fender-Rhodes-Piano auf die Bühne, leistet sich einen vierstimmigen Bläsersatz und spielt dann auch noch frech eine Musik, die alles „Gestylte“ und „Trendige“, was heute so als Klangtapete im Quotenradio läuft, konsequent ignoriert? Wenn man die Ilmenauer Fusion-Band „Pro Art“ erlebt, kann man verstehen, warum das so ist. Die Band hat einfach nur Spaß am Groove. Ein Wort, das oft und gern missbraucht wird, hier lebt es.
Die im Zuge der Begeisterung für den Jazz-Rock im Sommer 1973 gegründete Formation ist heute eine lebende Legende der Thüringer Musikszene. An die hundert Musiker haben über die Jahre für kurz oder lang ihren Fußabdruck hinterlassen.
Die Gruppe kann man getrost als Kaderschmiede bezeichnen, denn die Querverbindungen und Vernetzungen mit zahlreichen Akteuren der ostdeutschen Jazz- und Blues-Szene sind vielfältig. Bandchef Andi Geyer, der die gefühlt tonnenschwere Hammondorgel bearbeitet, spielt beispielsweise neben „Pro Art“ noch in Dieter Gasdes „Travelling Blues Band“ mit, Saxofonist Tom Hahnemann verstärkte in früheren Zeiten die Reihen von „Keimzeit“.
Von den Gründungsmitgliedern ist seit längerer Zeit keines mehr dabei. Seit 25 Jahren ist der Sound vor allem geprägt von Andi Geyers Hammond-Orgel und dem vierstimmigen Bläsersatz. Was dabei herauskommt ist traditionell, aber frisch. Da groovt der Bassist wie ein Uhrwerk, knochentrocken und trotzdem lässig, mit einem Drummer, der so wunderbar spröde und modern spielt, dass ein Rhythmusfundament entsteht, auf dem sich die „fette“ Hammond B3 von Andi Geyer so richtig austoben kann. Da perlt das alte Fender-Rhodes, funkt die Gitarre, schieben sie zusammen mit dem vierfachen Gebläse den Tanzwütigen die Soul-, Funk- und Latin-Riffs in die Ohren.
Das Repertoire ist umfangreich und vielseitig. Neben einigen Klassikern erklingen eine Reihe von Eigenkompositionen; die Musik lebt sowohl vom eingängigen Groove als auch von zahlreichen, manchmal ausufernden Improvisationsstrecken. So bleibt es immer spannend und frisch, der Funke springt meist schon nach wenigen Takten aufs Publikum über. „Pro Art“ dürfte somit die ideale Band für die „Friday Night Party“ bei den Sonneberger Jazztagen sein.
Beginn der Veranstaltung ist um 20 Uhr, Einlass ab 19 Uhr.
Bestellung der Tickets über reservix ist auch an den Kartenvorverkaufsstellen Tourist-Info Sonneberg, Neue Presse Coburg und Buchhandlung Stache Neustadt möglich. Karten können vor Ort ausgedruckt werden. Tickets sind ebenfalls an der Abendkasse erhältlich.
Informationen zum Ticketverkauf unter www.son-jazz.de