Sonneberg Von Betroffenheit zum Bewusstsein

Die Sonneberger Feierstunden des diesjährigen Jugendweihejahres finden am 17. Mai im G-Haus statt. Vorm festlichen Schritt ins Erwachsenenleben? Bekamen die jungen Teilnehmer bei einer Fahrt in die Buchenwald-Gedenkstätte Hinweise, welche Verantwortung sich damit verbindet.

Die jungen Sonneberg besuchten Mitte April das einstige Konzentrationslager. Foto: Privat

Das Projekt „Begegnung mit Hinterbliebenen und Opfern der NS-Diktatur“, initiiert vom Sonneberger Verein Kinder- und Jugendförderkreis, wurde kürzlich erfolgreich umgesetzt. Eingebettet in die Jugendweihefahrten für angehende Erwachsene und unterstützt durchs Bundesförderprogramm „Demokratie leben“ sowie das Landesprogramm „Denk bunt“, bot es den Teilnehmern die Möglichkeit, sich intensiv mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen und wertvolle Erkenntnisse für die Zukunft zu gewinnen.

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Die Vorveranstaltung fand am 15. April im Gesellschaftshaus statt. Klaus Dimler erzählte bewegend von den Erlebnissen seines Vaters, der mehrere Jahre im KZ Buchenwald inhaftiert war. Originaldokumente gaben den Jugendlichen Einblick in persönliche Schicksale und die historische Realität der NS-Diktatur.

Klarer Blick auf die Vergangenheit

Am 16. April besuchten die Jugendlichen schließlich die Gedenkstätte. Nach einer filmischen Einführung erfolgte eine Führung. In drei Gruppen berichteten Dimler, Katinka Poensgen – deren Vater ebenfalls in Buchenwald inhaftiert war – sowie Thomas Tschoche von der Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora über die Lebensbedingungen im Lager, über persönliche Geschichten der Gefangenen und die historische Bedeutung des Ortes.

63 Jugendliche nahmen an beiden Veranstaltungen teil. Die Gespräche, Dokumente und Eindrücke lösten starke Emotionen aus – Betroffenheit, Nachdenklichkeit, aber auch das Bewusstsein, wie wichtig Erinnerung für eine demokratische Gesellschaft ist. Immer wieder wurden Parallelen zu aktuellen politischen Entwicklungen gezogen, was die Jugendlichen dazu anregte, die Verantwortung jeder Generation im Kampf gegen menschenverachtende Ideologien zu erkennen, heißt es in einer Zusammenfassung, übermittelt von Christoph Zeh von der Koordinierungsstelle von „Demokratie leben“ im Landkreis Sonneberg.

Das Projekt unterstreicht die Notwendigkeit der Erinnerungsarbeit, nicht als reine Geschichtsstunde, sondern als Aufforderung zum Handeln. „Gerade junge Menschen stehen vor der Aufgabe, eine gerechte und offene Gesellschaft zu gestalten – mit einem klaren Blick auf die Vergangenheit und der Entschlossenheit, aus ihr zu lernen.“