Sonneberg Stehende Ovationen für Bund der Vertriebenen

Adam Fox

Nachdem der Bund der Vertriebenen (BdV) bereits Anfang Juni im Kreistag verabschiedet worden war, folgte nun auch im Sonneberger Stadtrat die entsprechende Wertschätzung.

Bürgermeister Heiko Voigt würdigte die Leistungen des BdV-Vorstandes, von links: Günter Zimny, Rudi Ruschenat und Bernd Funke. Den Abend musikalisch untermalte Anna Nagel. Foto: Cindy Heinkel

Bürgermeister Heiko Voigt bedankte sich in seiner Laudatio im Namen der Stadt Sonneberg für die großen Verdienste des BdV. „Über viele Jahrzehnte haben Sie unverzichtbare Arbeit geleistet – nicht nur durch die Mitwirkung an vielen Gedenkveranstaltungen, sondern auch durch Ihre wertvolle Bildungsarbeit an Schulen in unserer Stadt und im gesamten Landkreis“, betonte Voigt. Der BdV sei nach dem Zweiten Weltkrieg Anlaufpunkt und Integrationsfigur zu gleich gewesen für jene Menschen, die dasselbe Schicksal der Vertreibung haben erleben müssen.

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Ferner habe der BdV Großes geleistet für die Aufklärung der kommenden Generationen und den Menschen vermittelt, was Krieg, Flucht und Vertreibung für unzählige Familien ihrer Generation bedeutet haben.

Der Rathauschef hob hervor: „Damit haben Sie einen unschätzbaren Beitrag zum Geschichtsbewusstsein unserer Region geleistet.“ Die Glückwünsche sowie ein kleines Geschenk inklusive Blumenstrauß nahmen der langjährige Vorsitzende Günter Zimny sowie Rudi Ruschenat und Bernd Funke (beide im Vorstand) entgegen. Zimny selbst flüchtete mit seiner Familie zum Ende des Zweiten Weltkrieg im Alter von sieben Jahren aus dem damals ostpreußischen Masuren (heute zu Polen gehörend). Vor Ort nicht anwesend, aber dennoch in den letzten Jahren aktiv waren die beiden BdV-Mitarbeiterinnen Gudrun Eichhorn sowie Ingrid Engel.

Obwohl der Kreisverband in Zukunft nicht mehr existieren wird, so besteht auch in einigen Jahren noch die Möglichkeit auf das Wirken zurückzublicken. Gemeinsam mit Roland Wozniak und dem Verein „SON Film“ entstand das eindrucksvolle Zeitdokument „Die schlechte Zeit“, in dem Heimatvertriebene unserer Gegend ausführlich zu Wort kommen. Das Stadtoberhaupt stellte fest, dass „ dieses dokumentarische Zeugnis“ auf Wirken des BdV nunmehr in der Stadtbibliothek ausleihbar ist und somit auch für die Nachwelt erhalten bleibt. Zum Ende seiner Rede erklärte Voigt: „Im Namen der Stadt Sonneberg verneigen wir uns vor Ihrem Lebenswerk, Ihrer Erinnerungsarbeit und Ihrem Einsatz für Frieden und Völkerverständigung. Dafür danke ich Ihnen von Herzen und wünsche Ihnen alles Gute für die kommende Zeit.“ , woraufhin der ganze Saal aufstand und applaudierte. Musikalisch untermalen wurde der Abend am Klavier von Anna Nagel, die an der Musikschule des Landkreises Sonneberg von der Organistin und Diplomdirigentin Annerose Röder unterrichtet wird.