Sonneberg - Wer ins Grüne gezogen ist, um den hohen Mieten in den Ballungsräumen zu entkommen, hat sich verrechnet. Wegen der enormen Spritpreise ist es derzeit zumeist teurer, zum Arbeitsort zu pendeln als mehr Wohnkosten zu akzeptieren. Die Autofahrer unter den 15 593 Berufspendlern, die täglich in den Kreis hinein oder heraus fahren, können ein Lied davon singen. Der Benzin- und Dieselpreis hat astronomische Höhen erreicht. Und Hilfe ist nicht in Sicht. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat einer Milderung des Benzinpreises über die Steuerpolitik - etwa durch eine höhere Pendlerpauschale - jedenfalls eine Absage erteilt. Doch wer nun mal ein Haus im Grünen hat oder eben keinen Arbeitsplatz am Wohnort findet, muss in den sauren Apfel beißen und die tägliche Fahrerei in Kauf nehmen.

Nach Auskunft des Statistischen Landesamtes gab es am 30. Juni 2011 hier im Kreis Sonneberg 20 310 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Sie wurden von 5959 Einpendlern und 14 351 Einheimischen besetzt. Das entspricht einer Einpendlerquote von 29,3 Prozent. Da zugleich etliche Einheimische hier keinen Job finden, pendelten zusätzlich 9634 Männer und Frauen aus, was einer Quote von 40,2 Prozent entspricht. Insgesamt pendelten also 3675 mehr Menschen aus als ein.