Sonneberg/Neuhaus Nachfrage nach einem Nothaken bislang überschaubar

Nur in Einzelfällen werden Kinder noch umsorgt in der Schule. Archiv: tho Quelle: Unbekannt

Seit heute sind die Schulen dicht. Wie groß der Bedarf an einer Notversorgung ist, wird sich erst im Laufe des Vormittags erweisen.

Sonneberg/Steinach/Schalkau - Am Sonntag informierte das Bildungsministerium die Eltern im Freistaat per Mail, dass ab dem 17. März die Schulen hierzulande dicht bleiben. Allerdings wurde zugleich eine Notbetreuung in kleinen Gruppen für Kinder in Aussicht gestellt, deren Eltern in sogenannten "kritischen Infrastrukturen" tätig sind. Ausdrücklich ist in dem Erlass die Rede davon, diese Notbetreuung greife nur für eng umgrenzte Ausnahmefälle (Freies Wort vom Montag).

Wer hat Anspruch auf eine Kinderbetreuung?

Festgelegt ist im Erlass des Bildungsministeriums, dass nur Kinder aufgenommen werden, deren beide Eltern (oder allein erziehungsberechtigter Elternteil) in folgenden Bereichen beschäftigt sind:

im Gesundheitswesen (Arztpraxen, Krankenhäuser, Testlabore, Krankentransporte, Apotheken, Gesundheitsämter und ähnliche);

im Pflegebereich (Alten- oder Pflegeheime, ambulante Pflegedienste, Betreuung von Menschen mit Behinderungen und ähnliche);

in der Herstellung von medizinischen oder pflegerischen Produkten;

in Behörden, die für die öffentliche Sicherheit und Ordnung zuständig sind (Polizei, Feuerwehr)

im Bereich des Katastrophenschutzes (Technisches Hilfswerk und ähnliche);

Im Einzelfall können auch Kinder aufgenommen werden, deren Eltern nicht in den ausdrücklich genannten Bereichen tätig sind, sondern in Bereichen von vergleichbarer Bedeutung für die medizinische Versorgung oder die öffentliche Sicherheit und Ordnung. Ausnahmen sind auch möglich für Bereiche von zentraler Bedeutung für die Versorgung der Bevölkerung mit notwendigen Gütern oder Diensten. Über diese Einzelfälle entscheidet die Leitung der Schule oder des Kindergartens.

Über diese Einzelfälle entscheidet die Leitung der Schule oder Kindertageseinrichtung, wobei Schulkinder nur bis Jahrgangsstufe 6 gemeint sind. "Ältere Kinder können an der Notbetreuung nicht teilnehmen. Ausnahmen von der Altersgrenze sind im Einzelfall möglich, wenn ältere Kinder wegen einer Behinderung der Betreuung bedürfen."

"Wie groß der Bedarf ist, werden wir am Dienstag sehen, je nachdem, wie viele Kinder vor der Tür stehen", sagt Petra Heppner. Die Leiterin der Gemeinschaftsschule "Nordschule" in Steinach ging allerdings am Montag von einer eher übersichtlichen Nachfrage aus. Doch wie auch immer: "Die Lehrer sind vorbereitet, das abzudecken." Nicht anders klingt es bei Ramona Buhl von der Geschwister-Scholl-Grundschule in Sonneberg. Voranmeldungen haben sie im Laufe des Montagvormittag zumindest nicht erreicht: "Wenn da eine Welle auf uns zurollt, erfahren wir das am Dienstag in der Frühe."

Ihre Amtskollegin Uta Bätz von der Grube-Grundschule ist immerhin zuversichtlich, dass es keine großen Unwägbarkeiten gibt. Am Montag nutzte sie die Gelegenheit um mit den Müttern und Vätern, gleich nachdem diese ihren Nachwuchs abgegeben haben, auf dem Pausenhof ins Gespräch zu kommen. "Ich habe durchgängig nur sehr vernünftige Eltern erlebt", so Bätz. "Natürlich gab es Nachfragen, aber vor allem auch eine Einsicht in die Maßnahme."

Daran, dass das Kollegium Schwierigkeiten haben wird den Zugang zu der Notfallbetreuung zu gewähren oder zu versperren, glaube sie nicht: "Im Erlass ist ausführlich dargelegt, für wen das jetzt gedacht ist und für wen nicht. Da gibt’s keine Unklarheiten." Zudem wisse man ja im Zweifelsfall, wessen Eltern in welchem Beruf beschäftigt sind.

Etwas schwerer tut sich damit Katrin Malter. Die Leiterin der Schalkauer Goethe-Gemeinschaftsschule mit den beiden Außenstellen in Mengersgereuth-Hämmern und Rauenstein wird derlei im Zweifelsfall abfragen müssen. Doch zeichnet sich auch im Schaumberger Land kein Flaschenhals ab: "Verbindlich vorgemerkt ist bis jetzt nur ein Mädchen aus dem Grundschulbereich. Mal schauen, ob es dabei bleibt." Verortet wird das Betreuungsangebot in Fall des Falles an den Standorten in Rauenstein und Schalkau

Die Landes-Vorgaben sehen vor, Kinder in Gruppen von maximal 15 Jungs und Mädchen zu den üblichen Zeiten zu umsorgen. Abgeraten wird Eltern sich in eigener Regie Angebote zu organisieren: "Dies widerspräche dem Gebot der Kontaktvermeidung und würde das Ziel der Schulschließung ins Gegenteil verkehren." anb

Hotline des Bildungsministeriums unter (0361) 57 34 11 500.

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