Sonneberg Neuer Ansatz für die Erinnerungskultur

Das ritualisierte Holocaust-Gedenken hinterfragt am Mittwoch, 15. April, Autorin Susanne Siegert bei einer Lesung in der „Wolke 14“ in Sonneberg.

Susanne Siegert. Foto: privat

Auf Einladung der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen liest im April Susanne Siegert aus ihrem neuen Buch „Gedenken neu denken“. Die bekannte Journalistin und Geschichts-Influencerin kommt auf Lesereise nach Bad Lobenstein, Sonneberg und Rudolstadt.

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Siegert rückt dabei die Frage in dem Mittelpunkt, wie sich die Erinnerung an den Holocaust verändern muss.

In der Vorankündigung heißt es: „Ergreifende Reden anlässlich von Jahrestagen – war‘s das schon? Unser Umgang mit dem Holocaust neigt dazu, sagt Susanne Siegert, in Ritualen zu erstarren. Zugleich denken wir, dass alles schon gut erforscht ist. Aber wissen wir auch, was in unserem Wohnort, unserem Betrieb, unserer Familie damals passiert ist?“ Bei einer Reise nach Auschwitz hat sich Susanne Siegert daran erinnert, dass es auch an ihrem Heimatort ein KZ-Außenlager gab – und hat angefangen, selbst nachzuforschen. Inzwischen ist die Journalistin, geboren 1992, eine der bekanntesten Stimmen der digitalen Erinnerungskultur in Deutschland. Sie klärt unter anderem auf Instagram (#keineerinnerungskultur) und TikTok über den Holocaust auf. Für ihre innovative und engagierte Arbeit wurde sie 2024 mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet, 2025 erhielt sie den Margot Friedländer Preis. Siegert lebt in Leipzig.

Auf der Lesereise stellt Siegert ihr neues Buch vor und gibt Tipps, wie man selbst recherchieren kann. Moderiert wird der Abend von Patrick Metzler, Betreuer der KZ-Gedenkstätte „Laura“.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Landeszentrale für politische Bildung und der KZ-Gedenkstätte Laura zusammen mit den Partnern vor Ort. Der Eintritt ist kostenfrei. Stationen sind im Einzelnen am 14. April, 19 Uhr, Bad Lobenstein, Stadtbücherei im Kulturhaus in der Straße der Jugend 10b, weiterhin am 15. April, 18 Uhr, in Sonneberg die Wolkenrasen-Begegnungsstätte „Wolke 14“, Friesenstraße 19a sowie am 16. April, 19 Uhr, in Rudolstadt die Stadtbücherei, Schulplatz 13.