Sonneberg Gestalter präsentieren sich und ihr Können

Den Beruf des Spielzeugherstellers „sichtbarer“ zu machen, bei diesem Anliegen ziehen die Stadt Sonneberg, Staatlich Berufsbildende Schule und die Firma Heunec Plüschspielwarenfabrik aktuell an einem Strang – indem sie die Profession ins Schaufenster stellen.

Fünf Schüler des ersten Ausbildungsjahres kamen gemeinsam mit ihrem Lehrerteam Heike Kemnitz (4. von links), Fachlehrerin für Spielzeughersteller und Biologiemodellmacher, Patrick Reiche (4. von rechts), Abteilungsleiter berufliche Bildung an der SBBS, und Gerson Wieberneit (2. von rechts), Lehrer Fachpraxis ins Rathaus, und schauten sich gemeinsam mit „Kuschelagentin“ Barbara Fehn-Dransfeld (3. von rechts) aus dem Management des Plüschtierherstellers Heunec, dem Wirtschaftsförderer der Stadt Sonneberg Marco Kuhnt (rechts) sowie dem hauptamtlichen Beigeordneten Christian Dressel (5. von rechts) die Gegebenheiten vor Ort an. Foto: Stadt Sonneberg/C. Heim

Das unbenutzte Schaufenster zum Treppenhaus des ehemaligen Ratskellers im Neuen Rathaus soll nun gemeinsam mit Auszubildenden aus dem ersten Lehrjahr und dem Ausbildungsbetrieb Heunec, der bekannten Plüschwarenfabrik aus Neustadt bei Coburg, in Sachen „Spielzeughersteller-Beruf“ befüllt werden. Dafür kam gleich in der zweiten Januar-Woche eine kleine Delegation im Rathaus vorbei, um sich von den Räumlichkeiten vor Ort ein Bild zu machen und erste Maße zu nehmen.

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Im Nachgang, so teilte Sonnebergs Stadtsprecherin Cindy Heinkel am Montag mit, gehen die Schüler gemeinsam mit ihrem Lehrer-Team auf Ideenfindung und wollen ein Gestaltungskonzept erarbeiten. Dieses soll dann möglichst zum Internationalen Teddy- und Puppenfestival schon umgesetzt sein, damit viele Sonneberg-Besucher von dem deutschlandweit einmaligen Ausbildungsprofil erfahren können.

An der SBBS befindet sich die Bundesfachklasse, das heißt alle Auszubildenden aus Deutschland, die diesen Beruf erlernen möchten, haben ausschließlich in der traditionsreichen Spielzeugstadt Sonneberg die Möglichkeit dazu. Bisher nutzen dieses Angebot etwa Ausbildungsbetriebe wie Heunec oder auch die Kösener Spielzeug Manufaktur GmbH in Sachsen-Anhalt.

Helen Steiner (18) aus Ehnes bei Schalkau hat sich dazu entschieden, diesen beruflichen Weg an der SBBS einzuschlagen: „Ich wollte schon immer eine kreative Ausbildung machen und habe als Kind schon versucht, eigene Spielzeuge herzustellen. Die Ausbildung an der SBBS ist sehr vielfältig. Wir arbeiten mit Holz, Plüsch und Kunststoff. Aktuell kreieren wir unsere eigenen Gesellschaftsspiele.“ So wie Helen könnten in Zukunft auch junge Menschen aus ganz Deutschland an die Sonneberger Bildungseinrichtung kommen, um den Spielzeughersteller-Beruf in einer dreijährigen Ausbildung zu erlernen.

Dies zumindest wünscht sich die Schulleitung, die auch eine Beteiligung der Spielzeug-Klasse an der Spielwarenmesse Nürnberg plant, um sich im gesamten Bundesgebiet und vor allem bei anderen Spielzeugherstellern bekannt zu machen.

In diesem Zusammenhang soll auf die einmalige Ausbildung hingewiesen werden, um damit mehr Spielzeugfirmen zu animieren, den Beruf des Spielzeugherstellers ausbilden bzw. potenzielle Schüler für den kreativen und abwechslungsreichen sowie traditionellen Ausbildungsberuf zu gewinnen.

Als weitere Station entlang der neu konzipierten „Spielmeile“ weist dann dieser Standort den Besucher darauf hin, dass noch heute die Spielzeugtradition in Sonneberg gelebt und erlernt werden kann, so Heinkel.