Sonneberg Endlich ein Parkplatz für Captain Kirk und Co.

Mit Monatsbeginn geht in Neufang ein Landeplatz für Raumschiffe in Betrieb. Damit trägt das Astromuseum vielen Anfragen Rechnung – das Ganze war und bleibt ein Aprilscherz.

Noch braucht’s ein umständliches Antragsformular, um hier aufsetzen zu dürfen. Doch immerhin: Der Fortschritt beim Service ist erkennbar. Foto: Sternwarte Sonneberg

Das Astronomiemuseum der Sternwarte Sonneberg erweitert seine Anreisemöglichkeiten: Neben der Anreise zu Fuß, mit dem Fahrrad, dem Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln ist ab sofort auch die Anreise per Raumfahrzeug möglich. Auf dem Museumsgelände wurde hierfür eigens ein Liegeplatz eingerichtet.

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„Hintergrund dieser Entscheidung sind wiederholte Anfragen von Raumfahrzeugen, die unsere SkyPole-Anlage auf dem Gelände irrtümlich als Landeplatz interpretiert haben. Wir haben uns daher entschlossen, die SkyPole-Anlage abzubauen und durch einen regulären Landeplatz für Raumfahrzeuge zu ersetzen“, erklärt Thomas Müller, Leiter des Astronomiemuseums.

Die Nutzung des Liegeplatzes setzt gemäß der zeitgleich in Kraft getretenen interstellaren Antragsverfahrensordnung (IAVO) die vorherige Einreichung eines Antrags bei der Abteilung für intergalaktische Angelegenheiten (AIA) des Astronomiemuseums voraus. Eine Anreise ohne gültigen Genehmigungsbescheid ist nicht gestattet. Anträge sind ausschließlich online unter https://apps.astromuseum.de/liegeplatz-antrag einzureichen.

Das Antragsformular umfasst Angaben zur antragstellenden Person bzw. Entität, zum verwendeten Raumfahrzeug, zu mitgeführten Fauna-Entitäten sowie zum Zweck des Aufenthalts. Die voraussichtliche Liegeplatzgebühr wird dabei direkt im Formular berechnet.

„Neben dem reinen Abstellen des Raumfahrzeugs besteht selbstverständlich auch die Möglichkeit, dieses betanken oder warten zu lassen. Eine Tankstelle mit dunkler Materie und Antimaterie steht standardmäßig zur Verfügung“, ergänzt Müller.

Interstellare Gäste willkommen

Mit der Einrichtung des Liegeplatzes und der Einführung des geregelten Antragsverfahrens wurde die notwendige administrative Grundlage geschaffen, um auch interstellare Gäste ordnungsgemäß empfangen zu können. Das Verfahren entspricht dabei vollumfänglich den Vorgaben der Interstellaren Antragsverfahrensordnung (IAVO) in Verbindung mit der Intergalaktischen Fauna-Gefahrenverordnung (IFGV) sowie den einschlägigen Bestimmungen der Raumhafenordnung (RHO).

Der QR-Code führt direkt zum Antrag. Foto: Sternwarte

Mit dem neuen Lande- bzw. Parkplatz für Raumschiff Enterprise und Co. schließt die Einrichtung in Neufang eine gewisse Lücke in Südthüringen. Private Weltraumbahnhöfe bzw. Raumfahrtunternehmen betreiben bekanntlich bereits Amazon-Chef Jeff Bezos in der Wüste bei Van Horn in Texas (USA), der Tech-Milliardär Elon Musk bei Brownsville in Texas oder auch der Unternehmer Richard Branson, dessen Virgin Galactic mit Sitz in New Mexico (USA) sich spezialisiert hat auf touristische All-Ausflüge.

Update: Mit diesem Aprilscherz dürfte keinem ein bleibender Schaden am Geschmacksnerv entstanden sein. Im „Reiterlein“ hatte die Redaktion über einen Aktionstag der hiesigen Grillmeister informiert, wonach am 1. April die „Bratwurst Hawaii“ zu haben wäre. Da sich den ganzen Mittwoch über kein Brater am Beschwerdetelefon einwählte, muss man wohl davon ausgehen, dass die Sonneberger die Wurst-Ananas-Komposition vom Rost einfach betroffen ignoriert haben.

Auch die Hotline im Astronomiemuseum der Sternwarte blieb still. Die Einrichtung hatte bekannt gegeben, dass am 1. April ein Landeplatz für Raumschiffe in Neufang freigegeben wird. Online war das zwar ein Klick-Bringer – doch echte Kundschaft soll dem Vernehmen nach noch nicht gelandet sein in der Sternwartenstraße. Das künstlich animierte Bild der UFO-Stellfläche am Erbisbühl mag etwaig Erkundungsinteresse bei Captain Kirk und Mr. Spock geweckt haben, doch womöglich sind der Sternenflotte die Parkgebühren in Südthüringen im Moment noch zu hoch.

Eine dritte Lachnummer zum Monatsbeginn machte derweil Lauschas Stadtchef zur Chefsache. Auch wenn sich bestimmt der eine oder andere Leser über die am 1. April auf Seite 14 verkündete Umbenennung des Lauschaer Tierbergsportplatzes in Jens-Leutbecher-Arena gefreut haben mag – es war nur ein Scherz, den sich die Redaktion gemeinsam mit Bürgermeister Christian Müller-Deck erlaubt hat.

Lob und Hochachtung für sein Engagement sowohl für den Platz als auch für die Fußballer, die dort trainieren, hat sich Leutbecher aber allemal verdient, betont Müller-Deck. Deshalb wird er auch beim nächsten Heimspiel der SG Lauscha/Neuhaus auf dem Tierberg am Samstag, 11. April, 13 Uhr, tatsächlich ein Fässchen Freibier spendieren.