Sonneberg Das ist die Zukunft in der Wasserwirtschaft

Bei einer Konferenz diskutierten Experten innovative Wasserstofftechnologien. Ein Projekt verspricht revolutionäre Fortschritte in der Abwasserbehandlung.

An mehreren Stationen auf der Kläranlage Heubisch tauchten die Teilnehmer ein in die Versuche des Projektes Pho2zon. Foto: HySON-Institut

Der Förderverein des HySON-Instituts für Angewandte Wasserstoffforschung organisierte gemeinsam mit dem DWA-Landesverband Sachsen/Thüringen und der DVGW-Landesgruppe Mitteldeutschland die dritte h2well-Konferenz zum Thema „Wasserstoff in der Wasserwirtschaft“ in Sonneberg. Rund 60 Fachleute der Wasser- und Energiewirtschaft aus ganz Deutschland diskutierten über aktuelle Entwicklungen in der Nutzung von Wasserstoff in der Wasser- und Abwasserwirtschaft.

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Technologien und Anwendungen

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen Technologien und Anwendungsbeispiele zur Herstellung und Nutzung von Wasserstoff und Sauerstoff auf Kläranlagen. Die Ozonierung im Rahmen der vierten Reinigungsstufe mit Sauerstoff aus der Elektrolyse und daraus gewonnenem Ozon war ein zentrales Thema.

Zu Beginn wurde das Projekt Pho2zon vorgestellt. Dr.-Ing. Sebastian Büttner von der Bauhaus-Universität Weimar, Dominik Müller vom HySON-Institut und Anton Pasler von den Wasserwerken Sonneberg präsentierten, wie Elektrolysesauerstoff die Mikroschadstoffelimination in der Abwasserbehandlung fördern kann. Reaktoren zur Ozonierung und Photokatalyse werden dafür genutzt und im technischen Maßstab auf ihre Wirtschaftlichkeit getestet.

Vielfältige Möglichkeiten für Kläranlagen

Dr. Jens Hanke von der Graforce GmbH stellte den Prozess der Plasmalyse vor, der aus Methan kohlenstoffarme Produkte für die Wasserwirtschaft bereitstellt. Artur Dornburg von Bluemove Consulting zeigte eine breite Palette von Anwendungen zur Kopplung von Klärwerken mit energietechnischen Anlagen wie Elektrolyse, Blockheizkraftwerken, Photovoltaik und Stromspeichern.

Der zweite Teil der Veranstaltung fokussierte sich auf Forschungsprojekte aus Deutschland zu energetischen Potenzialen in der Wasserwirtschaft. Dr. Jochen Brellochs vom ZSW BW erläuterte die Oxyfuelverbrennung von Klärschlamm mittels Elektrolysesauerstoff zur Erzeugung von nutzbarem CO2 und deren Zukunftsperspektiven. Dr.-Ing. Christian Hoffmann von der TU Berlin sprach über das Projekt E-MetO, das sich mit Ozonierung und Methanproduktion aus Elektrolysewasserstoff und CO2 aus Faulgasen befasst.

Wasserstoffproduktion auf Kläranlagen

Dr.-Ing. Philipp Otter von der Universität Kassel stellte Potenziale zur Wasserstoffproduktion auf Kläranlagen und die Aufreinigung von Wasser zur Nutzung in der Elektrolyse vor. Er erläuterte zudem die Verwendung von Sauerstoff und Abwärme aus der Wasserstoffproduktion auf der Kläranlage. Dominik Müller vom HySON-Institut berichtete abschließend über finanzielle Chancen bei der Verknüpfung von Wasserstoffproduktion und Trinkwasseraufbereitung.

Praktische Einblicke

Zum Abschluss besuchten die Teilnehmer die Kläranlage Heubisch der Wasserwerke Sonneberg. Sie erhielten Einblicke in das Verbundprojekt Pho2zon und besichtigten die Versuchskläranlage sowie die Elektrolyse und Ozonierung. Projektmitarbeiter erläuterten die Prozesse und beantworteten Fragen der Teilnehmer. Die Veranstaltung wurde im Rahmen des Förderprojektes h2well Innovationsmanagement vom HySON-Institut und dem HySON Förderverein organisiert.