Sonneberg Auszeichnung im Landtag

Einen ersten Platz beim Thüringer Demokratiewettbewerb holt sich das Sonneberger Hermann-Pistor-Gymnasium.

Thadäus König, Präsident des Thüringer Landtags (Mitte), bei der Übergabe der Gewinner-Urkunde an die Sonneberger Gymnasiasten Anna Nagel, Luis-Hendrik Lutz, Emmy-Lou Fischer und Mirijam Gläser. Foto: privat

Schüler des Hermann-Pistor-Gymnasiums durften am Donnerstag im Thüringer Landtag in Erfurt einen ganz besonderen Moment erleben: Mit ihrem Projekt „Spuren jüdischen Lebens in Sonneberg und Coburg“ wurden sie mit dem ersten Platz des landesweiten Demokratiewettbewerbs ausgezeichnet.

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Ausgangspunkt war ein Zeitungsbeitrag in der Neuen Presse Coburg, der einen Stadtrundgang zum jüdischen Leben thematisierte. Die ursprüngliche Idee, diesen Rundgang im Rahmen eines Wandertages einfach nachzugehen, wurde bei einem Gespräch im Lehrerzimmer verworfen – und entwickelte sich zu einer innovativen Projektidee, schildert Evelyn Henniger.

„In einem intensiven Prozess wurde geplant, diskutiert, verworfen und neu gedacht. Daraus entstand eine länderübergreifende Stadtexkursion in Sonneberg und Coburg“, so die Lehrerin. Das Projekt erstreckte sich über mehrere Wochen und verband wissenschaftliche Inputphasen mit selbstständiger Schülerforschung sowie Exkursionen. Gäste wie der Historiker Thomas Schwämmlein und Hubertus Habel bereicherten die Arbeit mit wertvollen Impulsen, erläutert Geschichtslehrer Severin Walter.

Während der Exkursionen in Sonneberg und Coburg präsentierten die Schüler Forschungsergebnisse und entwickelten Beiträge zur Erinnerungskultur. So entstand ein digitaler Adventskalender auf Instagram, ergänzt von Infotafeln und QR-Codes vor Ort.

Das Projekt, so Walter und Henniger, versteht sich als Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart – und als aktives Zeichen gegen Antisemitismus und Geschichtsvergessenheit.