Sonneberg 19 Sekunden

Dank einer energischen und kämpferischen Leistung bleiben Sonnebergs Oberliga-Handballer auch nach dem zweiten Punktspieltag ungeschlagen. Am Samstag trennen sie sich 26:26 von Delitzsch.

Sonneberg - Was für eine Überraschung an diesem 2. Spieltag der Mitteldeutschen Oberliga. 26:26 (14:12) trennten sich am Samstagabend der Neuling und der NHV Concordia Delitzsch. Zur Erinnerung: Jene Nordsachsen hatten die abgebrochene Saison als Vizemeister abgeschlossen! Die Sonneberger haben also nach zwei Spielen sage und schreibe 3:1 Punkte auf dem Konto. Damit haben wohl nicht einmal die kühnsten Optimisten gerechnet.

"Einfach nur überglücklich"

Sonnebergs Trainer, Konstantin Selenow, brachte es nach der Partie auf den Punkt: "Ich selbst habe früher viele Strafwürfe geworfen. Das ist immer ein Nervenspiel. Diesmal hat der Torhüter gewonnen, aber deshalb sind wir Marius nicht böse." Das kann man auch wahrlich nicht sein, denn er war einmal mehr der beste Sonneberger Torschütze und steuerte acht Treffer zum Punktgewinn bei.

Spielertrainer Manuel Müller, der sich kein besseres Geschenk zu seinem 44. Geburtstag hätte wünschen können, wie er selbst sagte, fügte noch hinzu: "Wer hätte gedacht, dass wir nach zwei Spielen drei Pluspunkte haben? Wir sind heute einfach nur überglücklich, dass wir wieder nicht verloren haben und ein gutes Spiel zeigten."


Ausblick

Das nächste Heimspiel steigt am 17. Oktober. Der Kartenvorverkauf für die Partie gegen den USV Halle beginnt online am 11. Oktober um
9 Uhr auf der Homepage des Sonneberger Handballvereins. Davor - am Samstag, 10. Oktober, 18.30 Uhr - gastiert der SHV beim SV Grün-Weiß Wittenberg-Piesteritz.

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Wie schon vergangene Woche beim Sieg in Dresden, so überzeugten auch diesmal die Mannen des Sonneberger Handballvereins (SHV) mit unbändigem Willen. Kein Ball wurde verloren gegeben; einer kämpfte für den anderen. Im ersten Durchgang taten sich beide Angriffsreihen schwer. Auch bei Delitzsch merkte man das krankheitsbedingte Fehlen von Top-Torjäger Frank Grohmann. Er nahm nur als Offizieller auf der Bank Platz.

Über die Station von 4:4 gingen die Hausherren beim 8:5 (17.) erstmals mit drei Toren in Führung. In Überzahl konnte Delitzsch vier Minuten vor dem Pausenpfiff aber wieder zum 11:11 ausgleichen. Bis zur Halbzeit schafften es die Gastgeber aber erneut, in Führung zu gehen (14:12). Nach dem Seitenwechsel erhöhte Kapitän Marius Bondar gar auf 15:12, doch in der Folgezeit waren die Gäste am Drücker. Beim 16:16 glichen sie erneut wieder aus (36.).

Wichtig in dieser Phase: Delitzsch konnte nie in Führung gehen. Doch auch das änderte sich in der 54. Minute. Bis dahin wogte das Spielgeschehen hin und her, und keine Mannschaft konnte sich entscheidend absetzen. Sonneberg legte vor, der Vizemeister der Vorsaison zog nach. Doch dann war es so weit: Maximilian Amtsberg (8 Tore) - vor vier Jahren noch für Ziegelheim in der Thüringenliga auf Torejagd und am Samstag der beste Gäste-Torschütze - brachte seine Farben erstmals überhaupt im Spiel in Führung: 24:25 aus Sonneberger Sicht.

Doch die Spielzeugstädter gaben sich nicht auf. Sichtlich auf dem sprichwörtlichen Zahnfleisch kriechend, erkämpften Bondar und Oleg Kumogorodskyy zwei eigene Treffer. Die Anzeigetafel zeigte das 26:25 und noch knapp zweieinhalb Minuten Spielzeit. Die Spielzeugstädter scheiterten in den letzten zehn Minuten immer wieder im Angriff, hatten aber glücklicherweise mit Adrian-Tudor Radulescu einen bärenstarken Torhüter im eigenen Kasten, der die Südthüringer auch in der Endphase im Spiel hielt.

Die Schlussminuten waren dann nichts mehr für schwache Nerven. Ein Feldtor gelang keiner Mannschaft mehr. Lediglich der sichere Benedikt Schmidt traf für Delitzsch noch einmal vom Strafwurfpunkt zum 26:26 (58:31 Minuten). Den folgenden Angriff versuchten die Hausherren so lange als möglich auszuspielen und bekamen gar die Torchance. Doch Konstiantyn Ustymenko wurde regelwidrig gestoppt. Es gab einen Strafwurf für Sonneberg, und es waren noch gut 30 Sekunden zu spielen. Marius Bondar trat an und hätte den Siegtreffer für seine Farben erzielen können. Doch der starke Marian Voigt im Delitzscher Kasten kratzte den Ball im Fallen mit dem linken Fuß aus der unteren Ecke ...

Kurze Schockstarre bei den Sonnebergern. Auszeit der Gäste und Besprechung des letzten und womöglich spielentscheidenden Spielzugs. Als das Spiel von den souverän leitenden Schiedsrichtern Patrick Fischer und Andreas Schüller aus Aue wieder freigegeben wurde, waren noch 19 Sekunden zu spielen. Delitzsch versuchte, zum Abschluss zu kommen, doch das Sonneberger Abwehr-Bollwerk hielt dem Druck stand. Lediglich ein direkter Freiwurf in zentraler Position verblieb den Gästen. Dieser wurde schlussendlich von Kumogorodskyy geblockt - der nächste Punktgewinn war in Sack und Tüten.

Punktgewinn oder Punktverlust? Darüber waren sich nach der Partie alle einig. Wann gab es schon einmal stehende Ovationen in der Steinbacher Dreifelderhalle nach einem Remis? Die gut 150 Zuschauer honorierten zu Recht die Leistung der beiden Mannschaften.

Freilich waren die Gäste aus Delitzsch rein spielerisch besser, erspielten sich bessere Torwurf-Gelegenheiten. Doch die Gastgeber konnten kämpferisch überzeugen und hatten sicherlich auch das nötige Quäntchen Glück. Dies wiederum honorierten die zahlreichen Zuschauer, die sich auch vorbildlich verhielten. Es gab keinerlei Probleme bei der Umsetzung des Hygienekonzeptes. Alles war bestens vorbereitet und organisiert, und eben auch die Fans "spielten" mit. shv Seite 24

Sonneberg: Radulescu, Bittermann; Ustymenko, Bursuc, Müller (2), Bondar (8/1), Kumogorodskyy (3), Dietrich, Spörke (2), Prikryl (1), Honcharov (3), Bulov (4), Levitskiy (3)

Strafwürfe/Sonneberg: 1/2, Delitzsch: 4/5 - Zeitstrafen/Sonneberg: 5, Delitzsch: 5+1 Rote Karte - Disqualifikation: Amtsberg (Delitzsch/60./3x2 Minuten)

 
 

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