Im Alpen- und Adriastaat Slowenien sei das touristische Leben „längst wieder zur Normalität zurückgekehrt“, berichtet hingegen Mitja Predovnik vom Fremdenverkehrsamt in Ljubljana. Zwar habe sich die Zahl der Besucher aus Asien reduziert, doch dafür steuerten die Stadt vermehrt Gäste aus dem europäischen Umland im Umkreis von 600 Kilometer an.
Die Erwartungen für die Sommersaison seien ebenso gut wie die Vorbuchungen, so Predovnik: „Doch wir jagen keinen Besucher- oder Übernachtungsrekorden hinterher, sondern setzen auf nachhaltigen Tourismus.“ Langfristiges Ziel sei, die durchschnittliche Verweildauer von Besuchern der Stadt von 2,1 auf drei Tage zu erhöhen: „Wir wollen etwas weniger Gäste, die aber länger bleiben – und mehr ausgeben.“
Personal
Sorgen bereiten den Tourismusstrategen im Südosten derzeit weniger der Gästeandrang als der Mangel an Saisonkräften. Der verstärkte Emigrationsaderlass nach Westeuropa hat selbst in den küstenlosen Nachbarstaaten wie Serbien, Nordmazedonien oder Bosnien und Herzegowina, die den Adriagastronomen lange als Arbeitskräftereservoir dienten, Aushilfskräfte zur Mangelware gemacht. Ob Kellner, Köche oder Reinigungskräfte: Händeringend werden helfende Hände gesucht.
Preise
Stark anziehende Löhne werden die Gäste im Sommer in Form steigender Preise zu spüren bekommen. Die Besucher seien bereit, „mehr Euros auszugeben“, ist der Hotelier Milan Sesar im kroatischen Opatija indes überzeugt: „Aber ich fürchte, es wird dem Sektor an Leuten fehlen, die die Gäste adäquat bedienen können. Denn unsere Arbeitskräfte gehen. Und es kommen keine neuen.“