„Sommer in der Stadt“ geht weiter Buchflohmarkt und Lesung im Sonneberger Stadtpark

Die thüringer Autorin Sieglinde Mörtel und Schriftsteller Landolf Scherzer lesen im Sonneberger Stadtpark aus verschiedenen Werken, darunter der Geschichtenband „Wer will schon in den Süden“, vor. Auch zu dem ein oder anderen Autogramm sind die beiden Gäste gern bereit.

Sonneberg - Lange hat Nicole Ullrich, Leiterin der Stadtbibliothek in Sonneberg, die Wettervorhersage für Mittwoch, den 14. Juli, im Auge behalten. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Sommer in der Stadt“ soll gleich ein Vortrag von Autorin Sieglinde Mörtel und Schriftsteller Landolf Scherzer im Stadtpark beginnen. Die beiden stehen vor Beginn der Lesung neben dem Stand der Buchhandlung Sonneberg von Juliane Strauß und signieren fleißig Bücher für alle Literaturfreunde, die sich im Park eingefunden haben. Scherzer, der 1941 in Dresden geboren wurde und mittlerweile in Thüringen lebt, ist froh über seinen Aufenthalt in Sonneberg: „Es ist sehr schön, für diesen Anlass hier zu sein. Das heute ist wie ein neuer Start“, sagt er glücklich. Wie viele Kulturschaffende mussten die beiden während der Pandemie auf Lesungen und ähnliche Veranstaltungen verzichten. Ein Bücherflohmarkt der Stadtbibliothek ergänzt das kulturelle Geschehen. Und Organisatorin Ullrich hatte Glück: trotz verhangenem Wolkenhimmel blieb es trocken.

Mundart und bewegende Kindergeschichten

Zahlreiche Besucher nehmen im Bereich vor der Bühne Platz. Auch einige Passanten lassen sich interessiert nieder, als Autorin Sieglinde Mörtel zunächst einen Beitrag in Jenaer Mundart vorlas. Diese stammt nämlich gebürtig aus Kahla und so mancher Sonneberger muss schmunzeln, wenn er beim Zuhören über den ein oder anderen Begriff „stolpert“. Anschließend tragen Mörtel und Scherzer zwei besondere Geschichten vor. „Kinozeit“ und „Elli und das Wühlmausdorf“ heißen die beiden Beiträge für junge Leser im Geschichtenband „Wer will schon in den Süden“ (ISBN: 9783945605479). Die Anthologie wurde vom Friedrich-Bödecker-Kreis für Thüringen herausgegeben und ist im Zuge der Förderung von Kinderliteratur des Kreises entstanden. „Kinozeit“ behandelt liebevoll die Vorkehrungen, die man früher für einen Filmabend zuhause auf dem Land schaffen musste: vom Aufhängen eines weißen Bettlakens bis zum Einschalten des alten Projektors. In „Elli und das Wühlmausdorf“ tut ein kleines Mädchen alles dafür, um ihren Vater vom Ausrotten der unterirdischen Bewohner seines Kartoffelackers abzuhalten.

Schalkauer Autorin beteiligt

Im Geschichtenband findet man Beiträge von über vierzig Autoren. Darunter auch die Erzählung von „Tom und Tara“ von Iris Fleischhauer. Diese lebt in Schalkau und ist demnach im ganzen Landkreis Sonneberg bekannt. Sie ist an diesem Tag ebenfalls im Stadtpark vor Ort, um sich die Geschichten ihrer Kollegen anzuhören. Scherzer begrüßt Fleischhauer herzlich und hofft sehr, dass „sie sicherlich bald in Kooperation mit der Stadtbibliothek die Möglichkeit bekommt, ihre Geschichte aus dem Buch vorzulesen“.

 

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