Manchmal kann man den Eindruck gewinnen, dass Politiker selbst nie jung waren. Oder zumindest vergessen haben, wie es war, als sie jung waren. Verbote können auf junge Menschen eine geradezu magische Anziehungskraft haben. Alkohol, Zigaretten oder Drogen sind da prominente Beispiele. Deren Konsum ist zwar entweder gänzlich oder aber bis zu einem bestimmten Alter verboten, was jedoch nicht bedeutet, dass Jugendliche gänzlich die Finger davon lassen. Daher ist die Debatte über ein Social-Media-Verbot der falsche Ansatz. Das Problem ist doch nicht, dass Menschen Videos und Nachrichten auf den einschlägigen Plattformen konsumieren, das Problem sind doch deren Inhalte. Gewalt, Propaganda, Hass, Beleidigungen, Mobbing und noch vieles mehr sind an der Tagesordnung. Auch ein Verbot kann diese Inhalte nicht stoppen. Doch genau an diesem Punkt müsste die Politik ansetzen. Die Plattform-Betreiber müssen endlich zur Verantwortung gezogen werden für das, was bei ihnen passiert. Ihre Argumentation, sie würden ja nur die Plattform bereitstellen, seien daher nicht für die Inhalte verantwortlich ist schlicht falsch. Sie alle greifen durch Algorithmen in die Gewichtung der Inhalte ein. Nur um die Verantwortung drücken sie sich bislang. Seite 4