So eine Sauerei Randalierer werfen Mobilklo in Suhl um

Ein umkippendes Klohäuschen. Die abgebildete Situation ist symbolisch und stammt nicht aus Suhl. Foto: dpa/Bernd Wüstneck

Da hat der Bauleiter keine Freude: In Suhl haben Unbekannte das mobile Klohäuschen auf einer Baustelle umgekippt. Nun ermittelt die Polizei.

Suhl - Zu einer unappetitlichen Sachbeschädigung bittet die Polizei um Hinweise. Offenbar haben Unbekannte am Samstagabend gegen 23.55 Uhr in der Krinitzenstraße/Ernst-Hess-Straße in Suhl ein dort auf einem Baugrundstück aufgestelltes Toilettenhäuschen umgeworfen. Am Klo entstand Sachschaden, die Höhe ist aber noch nicht bekannt. Sachdienliche Hinweise zu dieser Straftat nimmt die Polizei Suhl unter Telefon(0 36 81) 3690 entgegen.

Aus der Toilettengeschichte

In Hamburg ist die die Toilette unter der Bezeichnung „Tante Meier“ bekannt. Der Begriff stammt aus der Hamburger Franzosenzeit: Wenn der französische Besatzungssoldat zur Toilette musste, ging er zum tente majeure, zum Hauptzelt. Die Hamburger Deern, des Französischen nicht mächtig, verstand Tantmajör und verballhornte dies zu „Tante Meier“.

Die Toilette ist sicher ein Ort der Abspannung bei anstrengenden Situationen. Nach einer Umfrage der Jobbörse Jobware aus dem Jahr 2018 nutzt nahezu jeder zweite Arbeitnehmer (48 Prozent) den Toilettengang während der Arbeitszeit, um eine Pause zu machen oder sich mit privaten Dingen zu beschäftigen. 33 Prozent der Befragten gaben an, dass das stille Örtchen eine Atempause vom täglichen Arbeitsstress bietet. Das Smartphone bietet dabei für 15 Prozent Gelegenheit zum Spielen und zweckfremden Chatten. Zum anderen sind 33 Prozent der Arbeitgeber überzeugt, dass ihre Angestellten auf dem stillen Örtchen eine Pause einlegen.

1973 erfand der in Deutschland stationierte amerikanische Soldat Fred Edwards die mobile Toilette, da er seine Notdurft bei Manövern nicht in Gesellschaft seiner Kameraden verrichten wollte. Grund war zudem die Unzumutbarkeit, mit einhergehenden Gerüchen und Geräuschen konfrontiert zu werden. In seiner Garage schraubte er die mobile Version eines stillen Örtchens zusammen: Ein Pissoir und einen Behälter mit Loch. Durch Bretter wurde Privatsphäre geschaffen. Die mobile Toilette, welche die Bezeichnung Dixi erhielt, war so erfolgreich, dass er das Militär verließ und in Deutschland vollständig mit ihrer Produktion beschäftigt war. Heute ist der weltweit führende Anbieter solcher Toiletten Toi Toi & Dixi.

Allgemein bekannt waren sogenannte „Bauklos“ aus grauem, verzinktem Stahlblech. Diese werden einfach über eine Erdgrube gestellt, die die Fäkalien aufnimmt. Die Grube wird nach Entfernung des Bauklos wieder zugeschüttet. Wegen der notwendigen Grube eignen sich diese Toiletten besonders für Baustellen, daher die umgangssprachliche Bezeichnung. Da diese Häuschen in Sachen Hygiene, Umweltschutz und Geruchsbelästigung nicht mehr den modernen Standards entsprechen, finden sie heutzutage kaum mehr Verwendung.

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