Smart City Mängel können digital gemeldet werden

Einen Mängelmelder gibt es in Ilmenau schon lange. Bisher funktionierte er über ein Formular. Nun können Probleme auch online gemeldet werden, sogar von unterwegs.

Die Ilmenauer Bürgerbeteiligungsplattform wurde am Dienstag freigeschaltet. Erster Baustein ist der Mängelmelder. Foto: Internetseite Stadtverwaltung

Ilmenau - Seit Dienstag gibt es in Ilmenau für Bürger und Gäste eine moderne Bürgerbeteiligungsplattform. Das neue Portal ist unter mitmachen.ilmenau.de erreichbar.

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Zu Beginn steht den Nutzern zunächst die Funktion des Mängelmelders zur Verfügung. Die Idee dahinter ist nicht neu. Den Mängelmelder gab es bisher aber nur in analoger Form. Wer einen Mangel melden wollte, musste dazu auf der Internetseite der Stadtverwaltung ein Formular herunterladen, ausfüllen und ins Rathaus schicken.

Der neue Mängelmelder ist wesentlich praktischer. „Es handelt sich um ein Tool, mit dem man auch von unterwegs die Probleme unkompliziert melden kann“, erklärt Oberbürgermeister Daniel Schultheiß. Alles, was man dazu braucht, ist ein Smartphone mit Internetzugang. Der Ort des Mangels kann entweder per Klick, aber auch per GPS-Funktion auf einer Karte markiert werden. Auch Fotos können beigefügt werden. Der Mängelmelder funktioniert aber auch vom heimischen Rechner aus nahezu identisch.

Dass es dieses Angebot überhaupt braucht, ist für den Oberbürgermeister selbstverständlich. Ilmenau ist von der Fläche her mittlerweile in etwa so groß wie Stuttgart. Auch wenn täglich etwa die zahlreichen Mitarbeiter des Bauhofs im Stadtgebiet unterwegs sind: Von allen Problemen können sie dennoch keine Kenntnis haben. „Hier sind wir dann auf die Mithilfe der Bürgerinnen und Bürger angewiesen und für eine Rückmeldung immer dankbar“, so Schultheiß.

Alle eingereichten Mängelmeldungen und ihr jeweiliger Bearbeitungsstatus werden auf der Plattform übersichtlich angezeigt. Wer ein Problem gemeldet hat, erhält bei jeder Änderung des Bearbeitungsstatus eine automatisierte E-Mail und wird somit ohne Zeitverzug über den Stand seines Anliegens informiert.

„Damit wurde für unsere Goethe- und Universitätsstadt ein modernes, digitales Instrument der bürgernahen Kommunikation für verschiedenste kommunale Anliegen, Umfragen und Meinungsbilder geschaffen“, so Schultheiß. Die Möglichkeit, per Formular einen Mangel zu melden, soll aber auch weiterhin bestehen.

Dass der digitale Mängelmelder ein Fortschritt ist, davon ist der Oberbürgermeister überzeugt. Aber auch sagt er: „Wir haben bisher noch keine Erfahrung mit solchen Systemen. Ich bin gespannt, wie der organisatorische Ablauf im Detail laufen wird. Da müssen wir erst reinwachsen.“

Auf der neuen Bürgerbeteiligungsplattform sollen demnächst noch weitere Bausteine freigeschaltet werden. Vorschläge zu weiteren Beteiligungsthemen, wie Informationen zu Angeboten der Verwaltung, über Baufortschritte und Wissenswertes, können Bürger bereits schon jetzt über die Plattform einreichen. „Technisch wäre es jetzt schon möglich, etwa bestimmte Konzepte mit Bürgerbeteiligung zu diskutieren“, so Schultheiß. Die Stadtverwaltung wäre dann Moderator dieser Diskussionen. „Corona hat uns gezeigt, dass wir vorbereitet sein müssen auf Bürgerbeteiligung in neuen Formen. In großen Konzepten wie etwa der Verkehrsplanung ist Bürgerbeteiligung ganz normal. Wir bevorzugen zwar physische Gespräche, aber manchmal geht das eben nicht.“

Bürgerhaushalt kommt

Konkret soll als nächstes Modul – voraussichtlich ab März – etwa der Ilmenauer Bürgerhaushalt – über die Plattform verfügbar gemacht werden, hierfür sind noch Abstimmungen mit der Arbeitsgemeinschaft Bürgerhaushalt notwendig. Die Einreichung von Vorschlägen, ein Rückblick auf ältere Vorschläge und auch der Abruf des aktuellen Bearbeitungsstands sind dann über die Plattform transparent möglich.

Dass Mängelmelder und Bürgerhaushalt künftig an einer Stelle zu finden sein werden, soll auch für eine bessere Trennung der Themen sorgen. In der Vergangenheit wurden immer wieder Vorschläge im Bürgerhaushalt eingebracht, die über den damals noch analogen Mängelmelder schneller hätte bearbeitet werden können. „Über die Plattform wird dann auch verständlicher, dass man beim Mängelmelder sachliche Dinge angibt, für die schnell eine Lösung gefunden werden muss, während im Bürgerhaushalt eher strategische Vorschläge gemacht werden, die eine langfristige Veränderung oder Verbesserung der Stadt betreffen“, so Schultheiß.

Mehr Personal soll für die Bürgerbeteiligungsplattform im Rathaus derweil nicht nötig sein. „Wir haben es in bestehende Strukturen eingebunden“, so der Oberbürgermeister. „In allen Fachämtern gibt es Redakteure, die sich um die verschiedenen Kategorien kümmern. Es wird keine Person geben, die sich dauerhaft nur mit dem Mängelmelder oder der Bürgerbeteiligungsplattform beschäftigt.“