Skispringen Mitter wird neuer Bundestrainer

Thomas Eßer

Der Verband besetzt den vakanten Posten. Ein 44-jähriger Österreicher steigt vom Assistenten zum Chef auf.

Andreas Mitter. Foto: Deutscher Skiverband/dpa

Erst Assistent, jetzt Chef: Andreas Mitter wird Bundestrainer der deutschen Skispringer. Der 44-Jährige tritt die Nachfolge von Stefan Horngacher an, wie der Deutsche Skiverband (DSV) mitteilte. Mitter kenne „das System Skisprung in Deutschland in all seinen Facetten“, sagte Sportdirektor Horst Hüttel zur Entscheidung. „Wir vertrauen darauf, dass Andreas mit seiner Expertise und seinem hohen Engagement notwendige neue Impulse setzen kann“.

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Der in der Öffentlichkeit eher unbekannte Mitter war drei Jahre als Co-Trainer seines österreichischen Landsmanns Horngacher tätig. In seiner Trainerkarriere arbeitete er zudem bereits als Cheftrainer in Finnland und für den Skiverband seines Heimatlandes. „Zusammen mit meinen Kollegen wollen wir neue Impulse in der Trainingsarbeit setzen, um das Potenzial der Mannschaft bestmöglich zu entwickeln“, sagte Mitter.

Deutschlands langjähriger Leistungsträger Karl Geiger freut sich über die Beförderung Mitters und auf die weitere Zusammenarbeit mit ihm in neuer Rolle. „Ich glaube, dass das funktionieren wird. Das wird eine gute Sache“, sagte Geiger zuletzt im ZDF, als er schon wusste, wer Bundestrainer wird, die Öffentlichkeit aber noch nicht informiert war. „Ich bin zufrieden mit der Wahl.“

Mit dem Saisonabschluss im slowenischen Planica hatte am Sonntag die Ära von Horngacher als Bundestrainer geendet. Der 56-Jährige feierte mit dem Team zahlreiche Erfolge bei Olympischen Winterspielen und Weltmeisterschaften. Das Warten auf einen deutschen Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee ging aber auch unter ihm weiter.

Der erste Tournee-Titel für Deutschland nach Sven Hannawalds Triumph vor 24 Jahren wird auch auf Mitters Ziele-Liste ziemlich weit oben stehen. Er sieht sich nach einer komplizierten Saison aber auch sonst großen Herausforderungen gegenüber.

„Die größte Herausforderung wird sein, die älteren und arrivierten Sportler wieder nach vorne zu bringen“, hatte Horngacher kurz vor seinem Abschied gesagt. „Und es geht darum, die richtige Mischung zu finden. Man muss junge Sportler im richtigen Maß ins Team einbauen und darauf vorbereiten, irgendwann die Wachablösung herbeizuführen. Noch sind die jüngeren Sportler nicht in der Lage, ganz vorne mitzuspringen.“