Skispringen Medaillen nur bei den Frauen realistisch

Uwe Jentzsch
Am Wochenende im Einsatz: Juliane Seyfarth. Foto: /Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Die olympische Wintersportsaison nimmt langsam Fahrt auf. Am Samstag und Sonntag werden in Thüringen die deutschen Meister im Skisprung gekürt.

Oberhof - Die besten deutschen Skispringer und Skispringerinnen ermitteln am Samstag und Sonntag auf der Normalschanze im Kanzlersgrund zwischen Oberhof und Oberschönau ihre diesjährigen deutschen Meister. Bei der vom SC Steinbach-Hallenberg ausgerichteten zweitägigen Veranstaltung am Abendhimmel unter Flutlicht tragen die Frauen die größten Thüringer Hoffnungen.

Während beim Einzelspringen der Männer die seit zwölf Jahren anhaltende medaillenlose Zeit kaum beendet werden dürfte, gelten die besten Thüringerinnen durchaus als Kandidatinnen für Podestplätze, auch wenn die Ruhlaerin Juliane Seyfarth im Sommer noch nicht zu ganz weiten Flügen gefunden hat. Die doppelte Vizeweltmeisterin von 2019 hat als beste Ergebnisse die Plätze drei und fünf beim Continentalcup in Oslo und Rang 18 in der höherkarätigen Gesamtwertung des Sommer-Grand-Prix stehen.

Die siebenmalige deutsche Meisterin startet gemeinsam mit der Lauschaerin Luisa Görlich als Titelverteidigerin. Bei den vorjährigen Meisterschaften gewannen sie zusammen Team-Gold. Bereits 2018 hatte Seyfarth den Mannschafts-Titel, damals mit der Lauschaerin Pauline Heßler, gewonnen. Auch die männlichen Spezialspringer aus Thüringen hatten in den Jahren nach der Wiedervereinigung etliche „goldene Momente“ bei nationalen Meisterschaften. Bereits 1991 sicherte sich der Zella-Mehliser André Kiesewetter den deutschen Meistertitel. Der heutige leitende Stützpunkttrainer Ralph Gebstedt holte 1992 und 1996 Einzel-Gold, Gerd Siegmund gelang das 1996 und 1999. Als bislang letzte Thüringer sicherten sich Team-Olympiasieger Stephan Hocke 2007 und Andreas Wank 2009 die Einzeltitel. Im Team siegten der Thüringer Vierer 1994, 1997 und 2007. Dazu kamen acht zweite und drei dritte Plätze zwischen 1992 und 2019.

„Wegen der im Sommer gezeigten Leistungen sind Hoffnungen auf Einzel-Medaillen unrealistisch. Doch im Team wollen wir wieder um Bronze kämpfen, denn die Plätze eins und zwei dürften erneut an Bayern gehen“, gestand Ralph Gebstedt. „Aber mit Felix Hoffmann, Justin Lisso und den Junioren Paul Justus Grundmann und Luca Geyer haben wir vier recht konstante Springer für den Kampf um den freien Platz auf dem Treppchen.“

Bei den Frauen hofft Gebstedt auf deutlich mehr. „Eine Mannschafts-Medaille und zwei Einzel-Medaillen sind realistisch, wenn alles gut läuft“, schätzt er ein. „Bei den Junioren können auch Justus Grundmann und Luca Geyer um Podestplätze springen“, fügte Gebstedt an, der am 8. Oktober 50. Geburtstag feierte.

 

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