Skat-Championat Kleinschmalkalden nahe am Jackpot

Thomas Heigl
Uli Jahn (links) – von Vizepräsident Dietmar Laeske geehrt Foto: /privat

Das Podest beim Deutschen Städtepokal knapp verfehlt, aber mit „Gold-Uli“ das Turnier-Ass in den eigenen Reihen: „Christinas Wenzel“ Kleinschmalkalden haben in Kiel eine glänzende Runde gespielt, doch abseits des Kartentisches gab es gemischte Gefühle.

Von wegen „Kieler Sprotten“: Die Spieler aus dem Dörfchen Kleinschmalkalden haben sich im Kräftemessen mit den dicken Fischen der Skatszene an der Waterkant vortrefflich behauptet. Am Ende war der Skatgott den Thüringer dieses Mal nicht ganz grün. Doch Platz vier unter 19 teilnehmenden Mannschaften beim Deutschen Städtepokal übertrafen noch die kühnsten Erwartungen der zusammengewürfelten Truppe. „Wir sind hochzufrieden und doch betrübt“, resümierte Uli Jahn. Für den Vereinspräsidenten war das Wochenende ein außergewöhnliches, mit Dramatik und Tragik. Ohne die Sponsoren, öffentliche Hand und Wirtschaft, wäre die Teilnahme nicht möglich gewesen.

Die Kleinschmalkalder waren praktisch mit allem, was Karten halten kann, nach Kiel gereist. Der Spitzenmann musste arbeitsbedingt im Vorfeld passen. Dafür wurde ein anderer Topscorer, der beim Turnier 2013 viele Punkte gesammelt hatte, zum Comeback ermuntert. Jahn selbst feierte unmittelbar vor dem Turnier, schon in Kiel, seinen 60. Geburtstag. Standesgemäß mit einer Skatrunde. Für Skatfreunde hat die „60“ zudem eine besondere Bedeutung, denn genau diese Augenzahl ist beim Zusammenzählen der Stiche die Gewinnschwelle. Doch an diesem Abend stand kein Spiel, sondern das Leben des reaktivierten Skatfreundes auf Messers Schneide. „Er hat die Karten fallen lassen. Der Notarzt hat ihn sofort in die Klinik mitgenommen“, so Jahn. Der Verdacht auf Schlaganfall habe sich wohl nicht bestätigt, die gesundheitlichen Probleme seien aber nach wie vor ernst.

Als einzige Mannschaft mussten die ohnehin ersatzgeschwächten Kleinschmalkalder mit acht Akteuren auskommen: Mit Uli und Christina Jahn, Eberhard Walger, Matthias Pempel,Christian Koenen, ThomasEbhardt, Michael Große, Rene Kneuse. Das Mammutturnier sah fünf Runden zu je 48 Spielen an zwei Tagen vor. Dank einer sehr starken Schlussrunde erreichte Kleinschmalkalden mit 38 285 Punkten Rang vier, Recklinghausen im Nacken. „Mit einem gewonnen Grande wären wir Zweiter geworden“, so der Vereinsvorsitzende Pokalsieger Nürnberg war auch nicht allzuweit entfernt.

Jahn selbst hatte alle Grund zum Feiern. Er war am Ende emsigster Punktesammler, so etwas wie der Torschützenkönig des Pokalfinales. Und damit hat er eine Auszeichnung erworben, die als Ritterschlag im Skatmilieu gilt: Nach einem bronzenen, einem silbernen und zwei goldenen Skatsportabzeichen hat er nun das Abzeichen in Echtgold bekommen. „Ich habe viele Jahre darauf hingearbeitet, um irgendwann die Kriterien zu erfüllen. Also die dem DDR-Schwimmabzeichen ähnelnde Abzeichen in den Vorstufen zu schaffen“, so der Ausgezeichnete. „Da war natürlich auch Glück dabei.“ Die nunmehr vom Vizepräsidenten des Deutschen Skatvereins, Dietmar Laske, übergebene Plakette ist einige Hundert Euro wert. Die ist alles andere als inflationär verliehen worden, es gibt etwa 30 Abzeichenträger.

Kleinschmalkalden hat mit diesem Erfolg seinen Ruf als Pokalschreck manifestiert. Die Skater waren schon 13. und 15. im Pokalfinale und einmal sogar Städtepokalsieger. Nun hofft die Mannschaft, dass ihr erkrankter Teamgefährte bald wieder gesund wird.

 

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