Sieg im Thüringen-Derby VfB Suhl muss sich tüchtig strecken

Im Thüringen-Derby der Volleyball-Bundesliga hat der VfB Suhl Lotto Thüringen sehr viel Anstrengung aufwenden müssen, um bei Schwarz-Weiß Erfurt mit einem 3:2-Sieg (23:25, 25:27, 25:23, 25:14, 15:8) als Gewinner vom Parkett zu gehen.

Erfurt  - Zunächst sah es in der Erfurter Riethsporthalle ganz danach aus, als ob sich der Spielverlauf am aktuellen Tabellenstand orientieren würde, ging doch der VfB Suhl als Sechster des Klassements schnell mit 5:2 in Führung. Doch die sollte bereits bei der ersten technischen Auszeit, als es 8:7 für den Tabellenletzten Erfurt stand, aufgebraucht sein. Und auch im Anschluss gelang es den favorisierten Suhlerinnen nicht, an ihr gewohntes Leistungsvermögen anzuknüpfen. Mit zerfahrenem Spielaufbau und vielen einfachen Fehlern luden sie die Erfurterinnen, die in ihren Netzaktionen äußerst aufmerksam auftraten, förmlich zu Punktgewinnen und schlielich auch zum Satzgewinn ein.

Satz Nummer zwei war fast ein Abbild des ersten. Angestachelt vom Gewinn des ersten Satzes strahlten die Gastgeberinnen immer mehr Selbstvertrauen aus. Das ging ihnen auch dann nicht aus, wenn sie von den Suhlerinnen zu Fehlern gezwungen wurden. Mit Beginn der entscheidenden Phase sahen die Gäste von Trainer Laszlo Hollosy schon wie die Sieger aus und zwangen Erfurts Coach Gil Ferrer Cutino zu zwei Auszeiten kurz hintereinander. Doch diesmal nutzten dem VfB Suhl auch die gnadenlosen Angriffe ihrer Top-Punktesammlerin Danielle Harbin nichts, da zu viele Bälle an diesem Abend nicht ihr Ziel fanden oder gleich im Aus landeten.

Im dritten Satz sah es dann erst recht so aus, als wollte der VfB Suhl partout nicht gewinnen. Zwar holten die Gäste zunächst einen kleinen Rückstand auf, ließen sich dann aber eine 16:12-Führung wieder nehmen. Erst als Suhls Mittelblockerin Laura de Zwart gegen Ende mehrere gute Blockaktionen gelangen, ging dieser Durchgang an die Gäste.

Im souverän gewonnenen vierten Satz zeigte das VfB-Team endlich, was es im bisherigen Saisonverlauf, in dem es sich frühzeitig für die Playoffs der besten acht Teams qualifiziert hatte, so stark machte. Bei Schwarz-Weiß lief nicht mehr viel zusammen, was der VfB Suhl immer wieder für sich nutzen und sich schon mal für den alles entscheidenden Tiebreak warmspielen konnte. Dort lagen die Suhlerinnen zwar zunächst 0:2 zurück, kämpften sich aber zurück, führten kurz darauf mit 6:2, bauten diese Führung aus und gewannen diese Partie doch noch.

"Wir sind überhaupt nicht ins Spiel gekommen, haben viele Fehler gemacht und zu Recht zurück gelegen", sagte VfB-Kapitänin Claudia Steger. "Aber ich bin stolz auf meine Mannschaft, dass sie noch einmal so stark zurückkommen konnte." Erfurts Spielführerin Michelle Petter meinte: "Wenn du Suhl in dieser Saison den kleinen Finger reichst, nehmen sie gleich die ganze Hand."

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