Die Frau lacht und heult und redet. Mal laut anklagend, mal spöttisch-überheblich, mal weinerlich, immer ohne Punkt und Komma. Sie redet, wenn sie dran ist. Sie redet, wenn sie nicht dran ist. Sie redet dazwischen, wenn jemand anderes, egal wer, redet. Die Frau aus Eisenach, Anfang 40, sie sagt, sie habe „sieben Abschlüsse“, seit Juli war sie per Unterbringungshaftbefehl in der Psychiatrie, ist Beschuldigte in einem Sicherungsverfahren am Landgericht Meiningen. Sie soll im Juni einen Mann beleidigt, geohrfeigt, ihm mit der Frage, ob sie ihm die Klinge durch den Hals ziehen solle, einen Gegenstand an selbigen gehalten haben. Im Juli soll sie zwei mit brennbarer Flüssigkeit gefüllte Einmachgläser – Aufschrift „Sauerkirschen“ – angezündet und gegen das Gebäude der Polizei in Eisenach geworfen haben. Dann soll sie sich Zutritt verschafft und drinnen ein mit Lackfarbe gefülltes Einmachglas ausgekippt haben. Hielte die Staatsanwaltschaft sie nicht wegen einer psychischen Krankheit für schuldunfähig, wäre sie wegen Beleidigung, Körperverletzung, Bedrohung und versuchter schwerer Brandstiftung angeklagt worden. Jetzt geht es um die Unterbringung der Frau in der Psychiatrie.