Seniorenbeauftragte Suhl Schon immer im Ehrenamt

Caroline Berthot
Monika Katzberg. Foto: C. Berthot

Monika Katzberg ist die neue Seniorenbeauftragte der Stadt Suhl. Die 66-jährige Rentnerin hat reichlich berufliche wie ehrenamtliche Erfahrung, die sie in diese Aufgabe einbringen möchte.

Suhl - Facharbeiterin, Lehrerin, Angestellte, Ausbilderin, Projektleiterin, ehrenamtliche Richterin, IHK-Prüferin. Der langen Liste an Stellen und Funktionen, die sie in ihrem Leben schon inne hatte, kann Monika Katzberg nun die der Seniorenbeauftragten der Stadt Suhl hinzufügen. Die 66-Jährige hat das Ehrenamt vor einiger Zeit übernommen und will ihre Erfahrungen einbringen, um die Anliegen der Suhler Senioren mehr in den Fokus zu rücken.

Von der Anlagentechnikerin zur Lehrerin

Daran war natürlich nicht zu denken, als sie als junges Mädchen aus dem Ilmkreis eine Berufsausbildung mit Abitur machte und sich schon bald Anlagentechnikerin nennen durfte. Die Kenntnisse, die sie damals erwarb, wusste Monika Katzberg zu schätzen, aber ihr Ziel war das Unterrichten. Also studierte sie in Jena, machte ihr Diplom als Englisch- und Deutschlehrerin und trat in Schmiedefeld schließlich ihre erste Stelle an. „Das Unterrichten hat mir viel Spaß gemacht“, erzählt die ehemalige Lehrerin. „Aber ich wollte mich mehr einbringen, eigene Ideen umsetzen, das ging damals in der Volksbildung kaum.“

Zudem litt auch das Familienleben der zweifachen Mutter unter den Vorbereitungen, Korrekturen und anderen Arbeiten jenseits des Klassenzimmers. Also wechselte Monika Katzberg in die Wirtschaft, war im damals noch recht neuen Bereich Wasserwirtschaft und Umwelttechnik tätig und gelangte eher zufällig wieder zum Unterrichten. „Eigentlich wollte ich mich nur weiterbilden und bin dabei in der Erwachsenenbildung gelandet“, schaut die Rentnerin zurück.

Erwachsenenbildung war ihre Berufung

Auf einigen Umwegen, von denen sie keinen bereut, sei sie so zu dem gekommen, was sie schon immer machen wollte. „Die Erwachsenenbildung war meine Berufung. Jeder einzelne Tag hat mir Spaß gemacht.“ Ohne festen Lehrplan habe sie Vorschläge zu Inhalten machen, eigene Projekte umsetzen können, erzählt die 66-Jährige, die einst im Fajas in der Erwachsenenbildung arbeitete. Dort gab sie unter anderem Arbeitskräften aus Mosambik Deutschunterricht und brachte ihnen als Anlagentechnikerin auch manches Fachliche bei.

Nach der Wende war sie dann für die Simson Private Akademie (SPA) tätig und später für das Bildungswerk der Thüringer Wirtschaft. Sie leitete jahrelang die Suhler Außenstelle des Bildungsträgers und betreute die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt ebenso wie Existenzgründer. „Das war toll und dennoch habe ich nach 20 Jahren im Betrieb noch eine Herausforderung gesucht“, sagt Monika Katzberg.

Fündig wurde sie bei der Technologie- und Gründer-Förderungsgesellschaft (TGF) in Schmalkalden. Hier entwickelte und betreute sie in Zusammenarbeit mit der Hochschule Studiengänge für die betriebliche Weiterbildung. „Und ich war gerade dabei den ersten Studiengang allein zu entwickeln, es war fast alles fertig, als mich eine schwere Krankheit ausbremste“, erzählt die 66-Jährige, die seitdem nicht mehr arbeiten konnte. Es sei sehr schwer gewesen, so plötzlich aus dem Berufsleben herausgerissen worden zu sein. „Damit habe ich heute noch zu kämpfen.“

Freiwilliges Engagement seit Jahrzehnten

Zuhause hocken wollte sie nicht, also suchte sie sich ein Ehrenamt. Vielmehr ein weiteres, denn Monika Katzberg engagierte sich schon immer freiwillig. Sie war in der Konfliktkommission ebenso im Einsatz wie als ehrenamtliche Richterin, saß zwölf Jahre lang im Prüfungsausschuss der IHK, war Vorstandsmitglied des Arbeitskreises Schule Wirtschaft, dazu kam noch ein Lesezirkel an der Jenaplan-Schule. „ Bei ehrenamtlicher Arbeit tut man etwas Sinnvolles. Und man bekommt immer etwas zurück, für das, was man tut.“

Das ist beim jüngsten Ehrenamt nicht anders. Über einen Aufruf in der Zeitung wurde sie auf die Arbeit des Seniorenbeirats aufmerksam. „Ich dachte mir, warum nicht? Ich könnte mich doch einbringen mit meinen Erfahrungen“, schaut Monika Katzberg zurück, die als Seniorenbeauftragte auch das Gremium leitet. Einige Ziele für diese Aufgabe hat sie schon formuliert: Die Arbeit des Beirats bekannter machen, das Gremium besser mit anderen Akteuren vor Ort vernetzen, den Seniorenwegweiser neu auflegen und den Internetauftritt überarbeiten. „Der Start war gut, wir können alle miteinander“, sagt die 66-Jährige und betont, dass sie eine Teamplayerin sei.

Sie müsse sich wohl bremsen bei ihrem Einsatz, aus gesundheitlichen und familiären Gründen, schließlich ist sie Oma eines Enkelkindes. Aber auch damit Zeit bleibt für Theater- und Kinobesuche, für Konzerte oder ein gutes Buch.

 

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