Schwimmkurs in Meiningen Warum Seepferdchen sicherer schwimmen

Mit Freude: Positiver Nebeneffekt der Schwimmkurse zur Erlangung des Seepferdchens ist, dass die Kinder im Wasser viel Spaß haben. Ihnen wird mit vielfältigen Übungen die Angst vor dem Element genommen. Foto:  

Schwimmen lernen ist wichtig

Meiningen - Das Schwimmen lernen ist ein großer und wichtiger Schritt in der Entwicklung eines Kindes. Das Problem ist jedoch, dass sich die Eltern sehr oft in falscher Sicherheit wiegen: Nur, weil es das Kind einmal geschafft hat, sich eine Bahn über Wasser zu halten, heißt das noch lange nicht, dass es schwimmen kann. Darauf weist die Wasserwacht Thüringen hin.

In Sachen Sicherheit auf und im Wasser leistet die Thüringer Wasserwacht gute Arbeit, und die auch in Meiningen. „Wir, die Wasserwacht Thüringen, setzen uns dafür ein, dass Seepferdchen sicherer schwimmen können. Darüber hinaus gibt es viele weitere interessante Arbeitsbereiche in der Wasserwacht“, so Hanna Weber. Kürzlich wurde der Nachwuchs der Meininger Wasserwacht bei der Sportlerehrung der Stadt als Nachwuchs-Mannschaft des Jahres ausgezeichnet. „Wir übernehmen die Ausbildung zu Rettungsschwimmern und haben vielfältige Einsatzorte. So sicherten wir zum Beispiel schon die Schwimmstrecke beim Ironman in Frankfurt ab oder waren für die Segler bei der Kieler Woche im Einsatz“, berichtet Jörg Kleinsteiber, Technischer Leiter der Thüringer Wasserwacht. „Auch beim ZDF haben wir schon geholfen, als es Dreharbeiten an und auf der Werra in Wasungen gab.“ So manchen Rettungsschwimmer habe man auch schon an das Team der Meininger Stadtwerke abgegeben, das im Schwimmbad Rohrer Stirn arbeitet.

Aber davor steht erstmal das Seepferdchen. Hier ist in Meiningen der Schwimmverein Wasserfreunde gefragt, bei dem regelmäßig im Rahmen seiner Schwimm-Lernkurse Kindern die Seepferdchen-Prüfung ermöglicht wird. Der Vereinsvorsitzende Michael Brenz warnt aber auch, dass das allein noch keine Aussage darüber trifft, ob ein Kind auch wirklich schwimmen kann. Er berichtet zudem, dass es in den Schwimmkursen mit den „SwimStars“ auch ein anderes, neues Schwimmlernprogramm vom Deutschen Schwimmverband gibt. Derzeit werden im Rahmen der Schwimmkurse auch bei den Wasserfreunden jedes Jahr ca. 30 Prüfungen zum Seepferdchen abgenommen.

„Seit dem 1. Januar 2020 gibt es eine neue Prüfungsordnung für das Schwimmen, welche auch die Schwimmabzeichen neu regelt. So wurde versucht, das Seepferdchen ein klein wenig sicherer zu machen. Damit Seepferdchen sicherer schwimmen, ist es wichtig, dass sich die Kinder langsam an das Wasser gewöhnen und so die Eigenschaften des Wassers, wie zum Beispiel den Wasserwiderstand, den veränderten Druck sowie das Auftreiben am eigenen Körper zu spüren“, erklärt Hanna Weber von der Thüringer Wasserwacht. „Das Hauptziel der Wassergewöhnung ist daher, den Kindern durch spielerische Übungen die Angst vor dem Wasser zu nehmen.“

Des Weiteren sind die sieben Grundfertigkeiten – in das Wasser ausatmen, tauchen, springen, drehen, rollen, gleiten und sich fortbewegen – wichtige Voraussetzungen zum Erlernen des sicheren Schwimmens. Hierbei sammeln die Kinder erste Erfahrungen, wie sie die Eigenschaften des Wassers gezielt nutzen können und entwickeln ein gutes Wassergefühl, welches ihnen hilft, sich sicher im Wasser zu bewegen. Außerdem lernen sie auch, Wasser im Gesicht zu ertragen und sich unter Wasser zu orientieren. Dies sind wichtige Erfahrungen, die Kindern helfen können, wenn sie z.B. aus Versehen ins Wasser geschubst werden. Da sie gelernt haben, unter Wasser ruhig zu bleiben, die Augen aufzumachen und sich zu orientieren, fällt es ihnen leichter, selbstständig wieder an den Beckenrand zu schwimmen.

Erst die Grundfertigkeiten

Erst, wenn die Wassergewöhnung abgeschlossen ist und die Grundfertigkeiten spielerisch erlernt wurden, ist es sinnvoll, mit der Schwimmausbildung zu beginnen. Wichtig sei neben dem Beherrschen einer

Schwimmart in Grobkoordination auch die regelmäßige Ausatmung in das Wasser. So wird sichergestellt, dass die Seepferdchen nicht gegen das Wasser kämpfen, um mit ihrem Kopf möglichst weit aus dem Wasser herauszuschauen, sondern mit einer ordentlichen Wasserlage den Auftrieb des Wassers nutzen. Die richtige Schwimmtechnik ist zudem gesundheitsfördernd und gelenkschonend.

„Allerdings müssen unsere kleinen Schwimmanfänger beim Schwimmen, Baden und Spielen am und im Wasser trotzdem immer von den Eltern beaufsichtigt werden. Denn das Abzeichen vom Seepferdchen ist erst die erste Stufe“, so Hanna Weber. „Das Erlernen des sicheren Schwimmens ist der nächste wichtige Schritt und wird mit dem Deutschen Schwimmabzeichen in Bronze abgeschlossen. Erst dann spricht man davon, dass sich das Kind sicher im Wasser bewegen kann.“

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