Rettung des Gasthauses in Schweina „Das ist der Zusammenhalt, von dem wir Politiker reden“

Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) hat am Freitag die „Bürgerinitiative Krone“ besucht und zeigte sich sehr angetan vom Engagement der Vereinsmitglieder, die sich der Rettung des uralten Gasthauses in der Ortsmitte von Schweina verschrieben haben.

Am Rande des Gelöbnisses in Bad Salzungen im vergangenen Jahr habe er Innenminister Georg Maier vom Engagement der „Bürgerinitiative Krone“ berichtet, erzählte Schweinas Ortsteilbürgermeister Thomas Mieling (Freie Wähler). Damals habe sich der stellvertretende Ministerpräsident sehr interessiert gezeigt. „Und jetzt bin ich da“, sagte Maier am Freitag. Er verriet zudem, dass er sich kürzlich bei einem Besuch des Altensteiner Parks – „ich wohne ja direkt über den Berg in Friedrichroda“ – das 1490 erbaute Gasthaus schon einmal von außen angeschaut habe. Nun sei er gespannt, die Krone auch von innen zu sehen.

Die Mitglieder des Vereins berichteten über die traditionsreiche Geschichte des Gebäudes, das über viele Jahrhunderte ein Treffpunkt für die Schweinaer gewesen ist. „Zwischen 1581 und 2000 waren hier 50 verschiedene Wirte“, sagte Martin Biedermann. Auch Martin Luther soll vor seiner Gefangennahme am 4. Mai 1521 hier zu Gast gewesen sein. Ab 2000 ging es jedoch mit dem Gebäude bergab, es blieb ungenutzt und verfiel zusehends. Bis engagierte Bürger der ehemaligen Gastwirtschaft wieder Leben einzuhauchen begannen, es in einer Eigentümergemeinschaft erwarben und einen Verein gründeten. 2016 begannen sie mit dem schrittweisen Wiederaufbau des denkmalgeschützten Hauses.

Inzwischen ist die äußere Hülle saniert. Nun geht es mit dem Innenausbau weiter. Ergebnisoffen, sagte Martin Biedermann. Denn noch wisse man nicht detailliert, wie die Krone genutzt werden solle. Ein Ort für Lesungen und Konzerte sei möglich, genauso wie eine Wanderherberge. „Wir wollen uns da nicht festlegen.“ Eines sei jedoch klar: Eine Gastwirtschaft mit Tresen und bürgerlichem Essen werde hier mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr einziehen.

Bis heute habe man die Lust an dem Projekt nicht verloren, sagte Martin Biedermann. Und im Laufe der Jahre sei auch der Zuspruch aus der Bevölkerung immer weiter gestiegen. Überregionale Aufmerksamkeit gab es zudem, als der Verein im Jahr 2020 dritter Bundessieger des Deutschen Nachbarschaftspreises wurde.

Sehr wichtig seien auch die Diskussionskultur und der Austausch in der Gruppe. „Wir sind politisch nicht immer einer Meinung, aber wir sind tolerant und wir diskutieren“, sagte Martin Biedermann.

„Das ist alles sehr bemerkenswert und das ist der Zusammenhalt, von dem wir Politiker immer reden“, sagte der Innenminister und zeigte sich sichtlich beeindruckt. Gerade vor dem Hintergrund, dass in Thüringen immer wieder Rechtsextreme Gebäude in Dörfern kauften und für ihre Zwecke missbrauchten, sei die Krone ein Beispiel für „demokratisches Gemeinwesen“. Georg Maier versprach, den Verein mit Lottomitteln zu unterstützen. Zudem müssten die Kommunen in Thüringen finanziell so ausgestattet werden, dass sie ortsbildprägende Gebäude erhalten könnten, betonte er.

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