Es sind erschreckende Zahlen, die der Bund der Steuerzahler präsentiert. Allein bei einem Projekt, dem gemeinsamen Gefängnisneubau von Thüringen und Sachsen, hat er die Verschwendung von vielen Millionen Euro ausgemacht. Neu ist die Erkenntnis nicht, dass die öffentliche Hand mit dem Geld, das sie den Bürgern abnimmt, nicht so umgeht, wie diese es erwarten dürfen. Man muss den Verwaltungen auch nicht einmal Absicht unterstellen. Das Beispiel des Gefängnisneubaus zeigt vielmehr, dass Bauprojekte die handelnden Personen offensichtlich überfordern. Das ist keine Überraschung. Selbst der Bau eines Eigenheims ist heutzutage so komplex, dass Bauherren an ihre Grenzen geraten. Wichtig wäre, dass Verwaltungen sich endlich eingestehen, dass sie die immer größeren Projekte nicht mehr schultern können. Handwerker berichten, dass sie in bestimmten Bundesländern keine Aufträge mehr annehmen – wegen der katastrophalen Erfahrungen, die sie bei der Abwicklung gemacht haben. Andere Bundesländer hätten das Thema Bau gut im Griff. Warum also kocht jedes Bundesland, kocht jeder Landkreis nach wie vor sein eigenes Süppchen, statt so wichtige Themen wie den verantwortungsvollen Umgang mit Steuergeldern bei Bauvorhaben in professionelle Hände zu legen? jolf.schneider@insuedthueringen.de