„Ein ganz starkes Signal – auch für andere Gemeinden“, nennt Jürgen Herrmann vom Verein „Thüringer gegen Südlink“ die Ansage aus Schwallungen. Der dortige Gemeinderat hatte per einstimmigem Beschluss seine Weigerung kundgetan, dem Bau des Erdkabels durch die Kommune den Segen zu geben. Schwallungen verzichtet damit auf zusätzliches Geld, das der Kommune für den Ankauf von Flächen geboten wurde. Immerhin habe die Gemeinde eine fünfstellige Summe ausgeschlagen, sagte Herrmann und zollte den Gemeindräten dafür Respekt.

Allerings will das Unternehmen TransnetBW nun, wie erwartet, die verweigerte Baugenehmigung juristisch durchsetzen. Der Netzbetreiber bereite einen Antrag vor, um den Bau zu erzwingen, berichtet der MDR. Im Erfolgsfall würde dann das Landesverwaltungsamt über die Baugenehmigung entscheiden. Schwallungen ist laut TransnetBW bisher die einzige Gemeinde, die nicht erlaube, Erdkabel auf ihren Flächen zu verlegen. Bisher habe es solche Fälle nur bei privaten Grundstückseigentümern gegeben. Der Trassenbauer geht nicht davon aus, dass sich der Bau dadurch verzögert. Bis zum Sommer sei noch Zeit, alle Genehmigungen einzuholen, so ein Sprecher zum MDR. Dass die Gemeinde wegen ihres Vorgehens nun weniger Entschädigung bekommt als zuvor angeboten, sei wahrscheinlich.

„Die Räte blicken über den Tellerrand und das eigene Gemeindesäckel hinaus", sagtre Jürgen Herrmann, der aus der Nachbargemeinde Fambach stammt. „Dass nach der ersten Ablehnung das Angebot des Stromnetzbetreibers noch einmal erhöht wurde, zeigt, dass Geld hier erst mal keine Rolle spielt. Die Zeche bezahlen eh bald die Bürger, denn die Netzentgelte werden durch solche überdimensionierten Stromtrassen immens steigen – in Schwallungen hat man das offenbar verstanden.“ Der Verein hat Kontakt zur Kommune und kann rechtlich auch beraten.