Schwallungen Gärreste schaden Werra offenbar nicht

Ulricke
In Gummistiefeln stand ein Firmenmitarbeiter am Dienstag in einem kleinen See aus Gärresten. Die ausgelaufene Flüssigkeit wurde in Tanklaster gepumpt und in andere Lagerstätten gefahren, ein Teil davon gelangte aber auch über den Schambach in die Werra. Foto: /Ulricke Bischoff

Nach ersten Ergebnissen aus dem Labor hat die Wasserqualität in der Werra nicht unter den auslaufenden Gärresten in Schwallungen gelitten.

 
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Ein Leck im 6000 Kubikmeter fassenden Gärrestbehälter auf dem Gelände von Refood in Schwallungen hat am Dienstag für einen Großeinsatz der Feuerwehr gesorgt. Zigtausende Liter der streng riechenden Flüssigkeit quollen über Stunden hinweg aus dem Loch in der Containerwand. Bevor die von der Feuerwehr aufgebauten Barrieren wirksam werden konnten, floss ein Teil der Brühe auch in den Schambach und von dort in die Werra.

Die Untere Wasserbehörde hat am Dienstag an verschiedenen Stellen Wasserproben gezogen, war dabei aber bereits recht optimistisch. Auch, weil die Werra derzeit viel Wasser führt, ging Reinhard Raabe „nicht davon aus, dass es zu einer erheblichen Beeinträchtigung gekommen ist“. Raabe ist Leiter des Fachdienstes Wasser im Landratsamt Schmalkalden-Meiningen und sollte recht behalten, zumindest, was die ersten Ergebnisse aus dem Labor angeht. Demnach wurden die Schadstoffe aus der Biogasanlage in der Werra soweit verdünnt, „dass keine bleibende Schädigung der Werra eingetreten ist“. So teilt es ein Sprecher des Landratsamtes am Donnerstag mit, weist aber gleichzeitig auf weitere Parameter hin, die noch untersucht werden. Eine endgültige Aussage könne erst getroffen werden, „wenn uns alle Untersuchungsergebnisse vorliegen“. Wie die Behörde weiter mitteilt, läuft seit Mittwochnachmittag kein Gärrest mehr unkontrolliert aus. Der Behälter sei bis dahin weitgehend leer gewesen.

Nach ersten Erkenntnissen war das Leck an einer Stelle entstanden, wo sich eine Revisionsklappe für den Tank befand. Durch die undichte Stelle flossen die Gärreste zunächst in ein firmeneigenes Rückhaltesystem, das allerdings schnell überlief.

Die Feuerwehrleute und Mitarbeiter der Firma arbeiteten vor Ort zusammen und konnten den Fluss schließlich mithilfe einer Matratze aus dem örtlichen Möbelgeschäft eindämmen, die von einem Autokran gegen die Öffnung gepresst wurde. Die Firma organisierte Tankwagen, die die ausgelaufenen Gärreste zu anderen Lagerbehältern fuhren.

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