Schuleinführungen im Ilm-Kreis Für Abc-Schützen beginnt der „Ernst des Lebens“

Karl-Heinz Veit
22 Abc-Schützen werden von heute an in der Grundschule in Geschwenda Foto: /Nadine Schneider

Am Samstag wurden im Ilm-Kreis die künftigen Erstklässler feierlich in ihre Schulen aufgenommen. Stellvertretend für alle Veranstaltungen berichten wir aus den Grundschulen in Langewiesen und aus der Stollen-Grundschule in Ilmenau. Andere Schulen haben Fotos geschickt.

Ilmenau/Langewiesen - Am Samstagvormittag feierten 48 Neuschüler, aufgeteilt in zwei 1. Klassen, mit ihren Eltern, Großeltern und Geschwistern das traditionsreiche Fest der Schuleinführung. Bevor am Nachmittag die großen Familienfeten steigen konnten, waren die Abc- Schützen zur offiziellen Feier mit heiß ersehnter Zuckertütenübergabe in ihre künftige Grundschule „Johann Jacob Wilhelm Heinse“ gebeten worden.

Mit großen Augen staunend sahen die Kinder beim Hineingehen in den Raum die bunten, prallvollen und reich geschmückten Zuckertüten auf den zusammengerückten Tischen liegen. Der „Zuckertütenbaum“ mit kleinen, leeren Schmucktüten diente bei und nach der Übergabe der echten Zuckertüten als Fotomotiv.

Als ob die festlich gekleideten Kinder schon „so richtig zur Schule gehen“ wollten, was erst am frühen Montagmorgen passiert, hatten die Mädchen und Jungen den „Schulranzen“ als treuen und schweren Begleiter der kommenden vier Jahre schon mal auf den Rücken geschnallt.

Den Eltern und Großeltern, die dicht gedrängt im Raum saßen, standen Freude, aber auch ein Hauch Wehmut ins Gesicht geschrieben, wohl wissend, dass nun für ihren Sprössling ein neuer, die gesamte Familie tangierender, Lebensabschnitt beginnt.

Schulleiterin Uta Zitzmann betonte diese Selbstverständlichkeit in ihrer zweigeteilten Rede gegenüber den in der ersten Reihe sitzenden Neuschülern und deren Eltern. „Ab Montag beginnt die Schule. Ich wünsche euch ganz viel Neugier, dass ihr euch die Welt des Lernens erobern könnt“, sagte sie, an die Kinder gewandt.

Dass die Jungen und Mädchen aus Langewiesen, Oehrenstock, Wümbach und Gräfinau-Angstedt in ihren Kindergärten schon viel Wissen erworben haben, betonte die Schulleiterin ausdrücklich.

Ob jedoch die Erstklässler ihre ernsten Worte dem Inhalt nach verstanden, dass, gemäß Mahatma Gandhis Worten, „ein Kind in der Schule im Lebenskampf unterwiesen werden soll“, um zur eigenständigen Persönlichkeit zu reifen, ist zu bezweifeln. Sehr diszipliniert folgten die Kinder auch der vorgelesenen Rede von Goetheschülerin Marlene König, die von ihrer Grundschulzeit vor nunmehr zehn Jahren hier in Langewiesen berichtete.

Endlich gabs die Zuckertüten

Schulleiterin Zitzmann informierte die Eltern zum Schulalltag für die Kinder mit der Mütter und Väter beruhigenden Bemerkung: „Ihre Kinder kommen in der Schulfamilie in erfahrene Pädagogenhände.“

Dass die beiden Lehrerinnen der neuen Erstklässler, Anne Burgold und Ina Gießler viel Erfahrung im Umgang mit jungen Schulkindern haben, freundlich und kinderlieb sind, war bei der Übergabe der Zuckertüten mitzuerleben. Wie strahlten da die Gesichter der Neuschüler nach einer halben Stunde Stillsitzen und Zuhören müssen.

Die Neugier der freudvoll lachenden Kinder konnte sich nun ganz und gar auf ihre Zuckertüte und deren Inhalt richten.

Ein Spätsommertag wie geschaffen für den Beginn eines neuen Lebensabschnittes. Der Schulbeginn für die „Neuen“ an der Staatlichen Grundschule „Am Stollen“ in Ilmenau hatte damit die besten Voraussetzungen für diesen besonderen Tag. Die Schulleiterin Kathrin Lemke konnte 77 Mädchen und Jungen herzlich Willkommen heißen. Im Beisein der Eltern und Verwandten, immer unter Beachtung der Hygieneregeln, wurden die Kinder mit ihrer Schule und den Lehrerinnen und Lehrern sowie den Erzieherinnen bekannt gemacht. Die Tanzgruppe der Schule unter Leitung von Ivonne Bamberg stimmte die „Kleinen“ auf den Schulalltag ein. Aufgeteilt in vier Klassen haben sie nach der Begrüßung erstmalig ihre zukünftige „Schulbank“ gedrückt, bevor sie dann im Klassenverband ihre Schultüten überreicht bekamen. Nun kann er beginnen, der „Ernst des Lebens“, wie die Schulleiterin mit Augenzwinkern Kindern und Eltern mit auf den Weg gab.

Insgesamt beginnt für rund tausend Knirpse an den 22 staatlichen Grundschulen sowie zwei freien Schulen im Ilm-Kreis an diesem Montag der Ernst des Schullebens. Zuvor aber wurde erst einmal richtig Schuleinführung gefeiert.

 

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