Schulbau im Unterland Nach der Geduldsprobe geht’s jetzt spürbar voran

Michael Volk
Für den Festakt hatten die Schüler ein tänzerischdargebotenes Programm einstudiert. Foto: /Michael Volk

Das Gemeinschaftsprojekt des Landkreises Sonneberg und der Gemeinde Föritztal zur Generalsanierung des Schulstandorts Neuhaus-Schierschnitz nimmt Gestalt an.

Mit einem Kulturprogramm der Schulfamilie, dem Einlassen einer Zeitkapsel sowie einem traditionellen Festspruch und drei Hammerschlägen wurde am 23. Juni die feierliche Grundsteinlegung zur Errichtung des Schulcampus der Gemeinschaftsschule „Joseph Meyer“ in Neuhaus-Schierschnitz gefeiert. Die umfassende Sanierung des Bildungsstandorts wird vom Landkreis als Schulträger gemeinsam mit der Gemeinde Föritztal umgesetzt. Die Baumaßnahmen werden ermöglichen, dass in einer modernen Schule in Neuhaus-Schierschnitz auch die Schüler des jetzigen Zweit-Standorts Schwärzdorf mit unterrichtet werden können. Damit wird das gemeinsame Lernen der Klassenstufen 1 bis 10 an einem Ort verwirklicht.

Moderner Campus

„Nach jahrelanger Vorarbeit sowie reichlich Rückschlägen und Geduldsproben können wir heute den Baubeginn für die Errichtung des Schulcampus Neuhaus-Schierschnitz feiern. Endlich beginnen wir damit, für die Schüler und Lehrer der Gemeinschaftsschule Joseph Meyer einen modernen Bildungscampus zu schaffen, in der zukünftig alle Schüler gemeinsam unterrichtet werden können. Endlich setzen wir einen Traum in die Tat um, den ganz viele Menschen hier in Neuhaus-Schierschnitz und im Unterland haben. Deshalb ist heute ohne Frage ein Tag der großen Freude“, erklärte der stellvertretende Landrat, Jürgen Köpper.

Um die gemeinsame Vision in die Tat umzusetzen, arbeiten der Landkreis und die Gemeinde Hand in Hand. Planmäßig sind für das Projekt Gesamtausgaben in Höhe von rund 8,2 Millionen Euro veranschlagt. Davon werden rund 4,7 Millionen Euro durch Bund und Land gefördert. Die Eigenmittel belaufen sich auf rund 3,5 Millionen Euro. Sie werden gemeinsam vom Landkreis und der Gemeinde getragen. Die Gemeinde beteiligt sich als mitfinanzierender Kooperationspartner und gibt Fördermittel des Städtebaus an den Kreis weiter.

„Dass sich die Gemeinde hier finanziell engagiert und dem Kreis als Bauherren hilft, untermauert den gemeinsamen Willen zur Weiterentwicklung dieses Schulstandortes. Für dieses beispielgebende Gemeinschaftsprojekt danke ich unserer Gemeinde Föritztal in aller Form. Möglich wird unsere Gemeinschaftsmaßnahme auch nur durch die großzügige Förderung des Landes. Deshalb sind wir auch der Thüringer Landesregierung und den Mitgliedern des Thüringer Landtages zu großem Dank verpflichtet“, so Köpper.

Diesem Dank schlossen sich in ihren Grußworten auch die stellvertretende Föritztal-Bürgermeisterin Sabine Kohl und Schulleiterin Yvonne Eschrich an. Zudem erinnerten alle drei Redner auch ans große Engagement für den Schulbau von Seiten Bürgermeisters Andreas Meusel und von Landrat Hans-Peter Schmitz, die beide krankheitsbedingt fehlten.

„Das Interesse ist riesig“

„Das Interesse am Schulbau ist riesengroß. Sehr oft wird man von den Menschen darauf angesprochen. Die Gemeinde setzt sich hier aktiv ein, weil jede Gemeinde junge Leute braucht. Und eine moderne Schule hilft dabei, die jungen Leute hier zu halten, wo sie später in den Betrieben gebraucht werden“, erklärte Kohl.

Anerkennende Worte fand auch Schulleiterin Eschrich: „Ich bin dem Landkreis und der Gemeinde sehr dankbar für ihre gemeinsame Initiative. Das ist ein ganz starkes Zeichen. Bis hierhin war viel Geduld vonnöten. Nun aber bin ich begeistert, dass es spürbar voran geht. Auch freut es mich, dass wir als Schule in viele Entscheidungen zum Bau einbezogen werden.“

Das Bauprojekt wird in mehreren Stufen vollzogen. Die ersten Arbeiten der mehrstufigen Maßnahme haben bereits mit der Entkernung der „Backsteinschule“ begonnen.

Sie wird im Sinne eines ressourcenschonenden Bauens in den neuen Schulstandort baulich integriert und als prägendes Gebäude des Ortsbildes erhalten. Nach Abschluss der Sanierung der „Backsteinschule“ und nach der Errichtung des Erweiterungsbaus ziehen die Schüler des Regelschulteils in den neuen Schulteil um. Danach wird das jetzige Regelschulgebäude für den anschließend geplanten Umzug des Grundschulteils der Gemeinschaftsschule aus Schwärzdorf saniert, heißt es in einer Mitteilung des Landratsamtes.

Entsprechend der Planungen des Erfurter Büros „Vitaminoffice Architekten“ wird das Gebäudeensemble zwischen „Backsteinschule“, dem Erweiterungsbau und der heutigen Regelschule über einen neuen, überdeckten Eingangsbereich an zentraler Stelle erschlossen.

Im Erweiterungsneubau befinden sich neun Klassenräume, zwei Fachunterrichtsräume (Physik, Chemie/Biologie), zwei Werkräume (für je 16 Schüler) sowie die Sanitäranlagen. Jeweils zwei Unterrichtsräume bilden gemeinsam mit einem Lehrmittel- und einem Differenzierungsraum eine Einheit.

Die Flurbereiche werden als kommunikative Zonen auch für die Pausenzeiten nutzbar.

Das Bestandsgebäude wird im Erdgeschoss für die Essensausgabe sowie die Speise- bzw. Mehrzweckräume genutzt. Im Obergeschoss befinden sich das Lehrerzimmer, ein weiterer Fachunterrichtsraum (Kunst) sowie der Verwaltungsbereich der Schule.

Teil der Baumaßnahme ist auch die Schulhof- und die Vorplatzgestaltung sowie die Außenanlagenarbeiten im gebäudenahen Bereich. Der Zugang zum Gebäude wird klar akzentuiert. Es entstehen Aufenthalts- und Kommunikationsflächen und Sitzplatzbereiche als Erweiterung der Speiseräume. Sitzstufen bilden ein Klassenzimmer in Freien. Das Gelände wird entsprechend der örtlichen Gegebenheiten modelliert, der barrierefreie Zugang wird in die Freiflächengestaltung integriert. Es werden helle Beläge gewählt, die der Nutzung als Schulhof angemessen sind. Ein Baumdach soll Schatten spenden und das Mikroklima im Schulhofbereich verbessern.

Köpper, Kohl und Eschrich wünschten abschließend allen Gewerken gutes Gelingen sowie Unfall- und Störungs-freies Arbeiten. Um diesen Wünschen besonderen Ausdruck zu verleihen, wurde eine Zeitkapsel eingelassen und ein traditioneller Festspruch zur Grundsteinlegung mit drei Hammerschlägen vollzogen. Dank der Unterstützung durch die Landtagsabgeordnete Beate Meißner erfolgten die Hammerschläge durch reine Frauenpower, was zweifelsohne als gutes Omen für den Schulbau gelten darf.

 

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