Schulbau Bettenhausen Ranklotzen hat sich gelohnt

Die 208 Schüler haben die sanierte und zum Teil völlig neu gebaute Regelschule Vordere Rhön in Bettenhausen längst in Besitz genommen – nun folgte die Vorstellung des Hauses für jedermann, der Interesse hatte. Was dazu führte, dass die Parkplätze im Ort ziemlich knapp wurden.

Die neuen Schulgebäude einmal von innen ansehen – das wollten am Samstag viele. Eltern, Geschwister, Großeltern, ja auch einfach Einwohner der Rhönblick-Gemeinde konnten ab dem Mittag die neue Errungenschaft besichtigen. Eine, für die es einen jahrelangen Anlauf brauchte, mit der dann aber auch „was Richtiges“ geschaffen wurde, wie viele feststellten. Keine knarzenden Holztreppen mehr, keine viel zu kleinen Räume – hier ist alles licht und hell und technisch auf dem neuesten Stand. Zehn Jahre mindestens stand die Schule schon auf der Agenda des Landkreises, hatte es zig Besichtigungen mit dem Schulausschuss gegeben – und am Ende eine Entscheidung: Es muss abgerissen und neu gebaut werden. Landrätin Peggy Greiser erinnerte am Samstag vor etlichen Mitstreitern daran. Mitstreiter wie Meininger Bürgermeister Fabian Giesder etwa, der nun Bildungsausschuss-Vorsitzender ist, oder Alt-Schulleiter Klaus-Peter Weisheit. „Man konnte nur immer wieder drängeln, drängeln, drängeln, dass hier etwas passieren muss“, erinnerte sich dieser. Und ist froh über das, was am Ende doch gelang. Er kennt viele Schulen in Thüringen, erzählte er, und weiß: Die passenden Gebäude sind wichtig für die Bildung der jungen Generation. Dazu gehört aber auch das „Innenleben“ – technisch modern und bestens fürs digitale Lernen, dazu noch ein Verhältnis zwischen Schülern, Lehrern und Eltern, das „ein menschliches ist“.

Schule auf dem Lande, das machte auch Rhönblick-Bürgermeister Christoph Friedrich deutlich, ist etwas sehr Identitätsstiftendes, es fördert eine ganze Region. Insofern kann er sich glücklich schätzen: Der Bildungsstandort Bettenhausen ist mit dem Bekenntnis des Kreistages zu den hier getätigten hohen Investitionen auf lange Sicht ziemlich sicher. Sagte’s und zog ein Kuvert mit 650 Euro aus der Tasche – zugunsten der Schule und mit dieser gemeinsam „erarbeitet“ im Projekt Heimatkochbuch. Aus dessen Verkauf stammt das Geld, sagte Friedrich. Ein paar Luftbilder der neuen Gebäude hatte er auch dabei, als Erinnerungs-Geschenk unter anderem für die Landrätin.

Diese betonte, dass solch ein Schulbau das Werk vieler ist – und insbesondere Planerin Jutta Knipping, die Abteilungen des Landratsamtes und all die Handwerker und Spezialisten eine guten Job gemacht haben. „Und wir mussten kein Geld nachschießen“ – auch bemerkenswert in der heutigen Zeit. Das Land hat aus dem Schulbauprogramm für diese Schule viel Geld gegeben, aber man habe auch alle möglichen anderen Förderquellen angezapft, bemerkte Greiser. Und auch, dass aus einer Schule wie dieser einmal zukünftige Fachleute wachsen: Handwerker etwa, wie man sie dringend braucht in Deutschland und der Region.

208 Schüler hat die Regelschule Bettenhausen derzeit, die Klassenstufen 7 und 10 jeweils mit einer a- und einer b-Klasse, alle anderen Jahrgänge „einzügig“. 16 Mitarbeiter geben hier ihr Bestes, um alle Fächer erteilen zu können, teils auch fachfremd. Kunst, Sport, Ethik, das sind die Fächer, die Schulleiterin Maria Damm selbst unterrichtet. Die Schüler bereiteten ihr am Samstag eine Überraschung: Der Kunstraum hat nun eine selbstgeschaffene Wandverzierung.

Aber auch sonst zeigten die Schülerinnen und Schüler, was sie alles so drauf haben und wie sie die neue Schule und deren schönes klares Farbkonzept mit viel buntem Leben füllen: Von zwei Ju-Jitsu-Sportlern des PSV Meiningen bis zu Tänzern, Sängern und Musikern und sogar Schattentheater-Künstlern aus der gerade erst eingezogenen 5. Klasse reichen die Talente, die hier heranwachsen. Das zeigte der kleine Festakt zur offiziellen Übergabe der Schule (so lange aufgehoben, bis auch die Außenanlagen noch fertiggestellt waren) sowie der ganze Tag der offenen Tür. Schülersprecherin Felicitas Spindler hatte zwar locker-flockig auch die Schwierigkeiten des gut zweijährigen Ausweichunterrichtes in Meiningen noch einmal Revue passieren lassen – und war am Ende zu dem Schluss gekommen, dass es sich doch wohl gelohnt habe mit dem nicht einfachen Zwischen-Gastspiel und all dem „Kisten einpacken, Kisten wieder auspacken“.

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