Gibt es andere Vor- und Nachteile?
Die grüne Schultafel sei einfach und unkompliziert zu nutzen, robust und bringe, wenn überhaupt, nur geringe Betriebskosten mit sich, zählt das Ministerium auf. Bei den Anschaffungskosten unterscheide sich eine hochwertige klassische Tafel dagegen kaum von manchen digitalen Systemen. Interaktive Varianten mit vielen Funktionalitäten seien aber tatsächlich teurer.
Zudem sei es bei digitalen Varianten entscheidend, dass sowohl Lehrerinnen und Lehrer als auch Schülerinnen und Schüler kompetent mit den digitalen Werkzeugen umgehen könnten. Das betonen sowohl das Ministerium als auch Reukauf. "Ich habe meinen Unterricht komplett auf Powerpoint umgestellt – aber da merkt man auch, wie störanfällig das ist, wenn das Internet ausfällt. Da ist es gut, wenn man auch noch eine grüne Schultafel hat, mit der man klarkommt." Gut wäre, wenn Schulen auf externe Technik-Experten zugreifen könnten, wenn die Systeme nicht so wollen, wie sie sollen.
Wird die grüne Tafel perspektivisch doch verschwinden?
Reukauf geht nicht davon aus, dass das allzu schnell passieren wird. "Schon allein wegen der Handschrift: Da ist es gut, wenn die Schülerinnen und Schüler sehen, wie an der Tafel geschrieben wird; dass das "L" einen Schwung, das "B" einen Bauch hat." Gleichzeitig erlebe er jetzt schon neunte Klassen, in denen die Jugendlichen statt Heftern zum Schreiben auf ihren Laptops Word-Dokumente öffneten. Den kompletten Abschied von der grünen Tafel schließt er auch nicht aus: "Schule wird sich immer wandeln und muss offen sein".