Mit Generationenzugehörigkeit habe das recht wenig zu tun, hat Martin Schröder bei seinen statistischen Untersuchungen festgestellt. Dabei rechnet er neben dem Alterseffekt auch den Periodeneffekt aus vorliegenden Ergebnissen einfach heraus. Schröder hat dieses Phänomen bei verschiedenen Fragestellungen durchexerziert, neben der Bedeutung von Arbeit und beruflichem Erfolg etwa auch zur Sorge um die wirtschaftliche Entwicklung sowie zur Wichtigkeit, ein eigenes Haus zu haben oder politisch engagiert zu sein.
Stets mit der gleichen Schlussfolgerung: „Fragt man vermeintliche Generationen zur selben Zeit und im selben Alter, denken sie fast genau gleich.“ Was aber freilich nicht bedeute, dass es zwischen den Generationen in solchen Fragen überhaupt keine Unterschiede gäbe. Nur seien diese statistisch derart gering, dass sie im Verhältnis zu den weitaus stärkeren Effekten der Lebensphasen und des Zeitgeistes kaum ins Gewicht fielen.
Boomer bis "Gen Z" – Liste der 6 Generationen
- Traditionals: Geboren zwischen 1922 und 1955
- Babyboomer: Geboren zwischen 1956 und 1965
- Generation X: Geboren 1966 bis 1980
- Generation Y ("Millennials"): Geboren 1981 bis 1995
- Generation Z ("Gen Z"): Geboren ab 1995 bis 2009
- Generation Alpha: Geboren ab 2010 bis heute
- Lesen Sie auch: Was ist Generation Z? Definition, Merkmale, Erwartungen
Wer noch diese 10 Emojis nutzt, ist angeblich älter als "Gen Z"
- 1. Daumen hoch 👍
- 2. Rotes Herz ❤️
- 3. Handzeichen für OK 👌
- 4. Grüner Haken ✔️
- 5. Hundehaufen 💩
- 6. Heulendes Gesicht 😭
- 7. Affe, der die Augen verschließt 🙈
- 8. Applaus 👏
- 9. Kussmund 💋
- 10. Grimassen-Gesicht 😬
- Quelle: Marktforschungsunternehmen Perspectus Global
Generation Z und Klimawandel
Besonders eklatant sei dies im Falle der Einstellung zum Klimawandel. Betrachte man die Entwicklung nur nach den Geburtsjahren, zeige die Kurve, „dass eine Generation nach der nächsten viel besorgter über den Klimawandel wirkt“. Vergleiche man aber die „Antworten, die zur selben Zeit gegeben wurden“, betont Schröder, „so sieht man sogar, dass die früher geborenen 68er sich mehr Sorgen aufgrund der Klimawandelfolgen machen als die sogenannte Generation Z“.
Und warum hält sich nun der Glaube derart hartnäckig, dass die Gerationenzugehörigkeit die Mentalität so tief präge? Zum einen mögen die Medien diese Generationengeschichten, auch wenn sie damit ein falsches gesellschaftliches Bild erzeugen. Dieses Interesse werde auch gerne erfüllt von „selbst ernannten Jugendforschern und Generationenverstehern, die mit dieser Behauptung Geld verdienen“. Generationenforschung als Geschäftsmodell.
Dass diese Annahmen den Mediennutzern so plausibel vorkommen, lässt sich ebenfalls schnell erklären: Man nimmt „einige wenige Aktive“ und stellt sie exemplarisch für eine ganze Generation (68er, Klimakleber) heraus. Dabei handle es sich aber „allenfalls um Milieus innerhalb von Generationen“, erklärt Martin Schröder. Diese Verallgemeinerungen sind der vermutlich häufigste Fehler bei der Beschreibung eines so komplexen Phänomens wie der Gesellschaft: Man nimmt einfach einen Teil für das Ganze.